ZWEI TOTE

Schüsse in Halle: Rechtsextremistischer Hintergrund vermutet

Nach den tödlichen Schüssen vor der Synagoge in Halle/Saale ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Mordes und geht offenbar von einem rechtsextremistischen Hintergrund der Tat aus.
dpa
Einsatzkräfte vom SEK sichern in Halle die Umgebung.
Einsatzkräfte vom SEK sichern in Halle die Umgebung. Swen Pförtner
Ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei bei Wiedersdorf/Landsberg.
Ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei bei Wiedersdorf/Landsberg. Jan Woitas
Einsatzfahrzeuge in Halle.
Einsatzfahrzeuge in Halle. Swen Pförtner
Neben den Schüssen in Halle hat es auch Schüsse im rund 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) gegeben.
Neben den Schüssen in Halle hat es auch Schüsse im rund 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) gegeben. Jan Woitas
Bei Schüssen in Halle sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden.
Bei Schüssen in Halle sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden. Sebastian Willnow
Bei Schüssen in Halle sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden.
Bei Schüssen in Halle sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden. Jan Woitas
Halle.

Schwer bewaffnete Täter haben mitten in Halle/Saale zwei Menschen erschossen und die Flucht ergriffen. Die Stadt Halle sprach am Mittwoch von einer „Amoklage”. Ein Todesopfer lag gegenüber einer Synagoge, über das zweite gab es noch keine gesicherten Informationen.

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Aktualisierung: Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale deutet nach aktuellen Informationen aus Sicherheitskreisen alles auf einen Einzeltäter hin.
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Eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass es ausreichend Anhaltpunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund der Tat gibt. Dafür sprächen die gesamten Umstände der Tat.

Ein Täter soll aber in einen nahe gelegenen Döner-Imbiss geschossen haben, wie mehrere Augenzeugen berichteten. Die Gegend um das Lokal – etwa 600 Meter entfernt von der Synagoge – war abgesperrt. Die Stadt rief die Menschen überall in Halle dazu auf, in Sicherheit in Gebäuden zu bleiben.

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Hier finde Sie alle Artikel und aktuelle Informationen zu der Attacke in Halle.
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Die Stadt Halle erneuerte diesen Hinweis später über Katwarn, ein Warn- und Informationssystem, welches bei Katastrophen und in Gefahrensituationen die Bevölkerung warnt. Demnach sollen sie Wohnungen und Gebäude nicht verlassen!

Video von Schüssen veröffentlicht

Die „Mitteldeutsche Zeitung” aus Halle zeigte ein Foto, auf dem ein dunkel gekleideter Mann mit Helm und Stiefeln zu sehen ist, der ein Gewehr im Anschlag hat. Der MDR zeigte ein Video, auf dem womöglich derselbe Mann aus einem Auto aussteigt und mehrfach seine Waffe abfeuert. Hier ist das Video zu sehen.

Der Generalbundesanwalt zog die Ermittlungen an sich. Auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, die Hintergründe der Tat seien noch nicht bekannt. Die Polizei warnte vor Spekulationen.

Es wurden mehrere Hinweistelefone geschaltet:

 

Augenzeugen: Explosion auf einem Friedhof

Ein Polizeisprecher sagte dem „Spiegel”, ein Mann sei in einem Imbiss getötet worden. Das andere Opfer in der Nähe der Synagoge sei eine Frau. Auf dpa-Anfrage wollte die Polizei zu den Opfern zunächst nichts offiziell sagen, weder zum Geschlecht, noch wo sie gefunden wurden.

Augenzeugen in Halle berichteten von einem Täter, der einen Kampfanzug und eine Maschinenpistole getragen haben soll. Demnach soll es auch eine Explosion auf einem Friedhof gegeben haben.

Eine Person festgenommen

Die Polizei teilte mit, mehrere bewaffnete Täter seien mit einem Auto auf der Flucht. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person, ohne Details zu nennen. „Bleiben Sie trotzdem weiterhin wachsam”, twitterte die Polizei. Die Gegend im Paulusviertel in Halle wurde großräumig abgesperrt. Über der Stadt kreiste ein Polizeihubschrauber.

Die Stadt teilte am frühen Nachmittag mit: „Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen.” Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Polizei zog seit den Mittagsstunden alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt ab und verlegte sie nach Halle.

Schüsse in Landsberg

Auch in Landsberg, rund 15 Kilometer östlich von Halle, gab es Schüsse, bestätigte eine Polizeisprecherin in Halle. Menschen sollen auch hier Gebäude und Wohnungen nicht verlassen, hieß es.

Im benachbarten Leipzig verstärkte die Polizei ihre Kräfte vor der Synagoge. Auch vor der Synagoge in Dresden wurde nach Angaben der Polizei der Schutz erhöht. In anderen deutschen Städten wurde der Schutz entsprechend verstärkt.

Bahnhof von Halle gesperrt

Der Bahnhof von Halle wurde wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt. Das teilte das Unternehmen über Twitter mit. Es komme zu Verspätungen. Auch der Straßenbahn- und Busverkehr in Halle wurde eingestellt.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, die Bundesregierung hoffe, dass der Täter oder die Täter schnell gefasst würden. Die Gedanken gingen „an die Freunde und die Familien der Todesopfer”, sagte er.

Reaktionen auf Twitter

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir twitterte: „Schreckliche Nachrichten aus Halle, heute am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur. Ich bin erschüttert & traurig.” Allen Verletzten und Angehörigen wünschte er viel Kraft und dankte den Einsatzkräften.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch schrieb auf Twitter: „Am höchsten jüdischen Feiertag ein Anschlag auf jüdisches Leben in Deutschland – ekelhaft! Antisemitismus darf in unserer Gesellschaft keinen Millimeter Platz haben.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel twitterte: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Ich hoffe, die Polizei fasst den oder die Täter schnell, ohne dass weitere Menschen zu Schaden kommen.”

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Kommentare (5)

Das ging ja schnell mit den Motiven des Täters. Ist es diesmal kein "Vorfall" wie in Limburg wo man Ermittlungen abwarten muss?

{Anm.d.Red.: Sätze gelöscht. Unbewiesene Anschuldigung.]

Es war [Anm.d.Red. Persönliche Anfeindung gelöscht.] aus dem mordenden rechtsradikalen Spektrum - Fakt. Punkt. Aus.
Und die AfD ist mit ihrer Hetze gegen alles Nicht-Deutsche mitschuldig für solche Taten. Fakt. Punkt. Aus
[Anm.d.Red. Persönliche Anfeindungen gelöscht.] [Hinweis der Redaktion: Noch sind die Hintergründe der Tat nicht geklärt. Tatsächliche Fakten gibt es bisher wenige.]

Nicht vergessen...ich bin ein Linker!

und ich eine Polka Tänzerin aus der Südmongolei...
Egal, wie die Motivlage am Ende ist:
DU SOLLST NICHT TÖTEN
Und das gilt für alle und überall. Nicht vor Synagogen, nicht vor Dönerläden, auch nicht auf einem AFD Parteitag.
Und wer hetzt und aufwiegelt, trägt eine Mitschuld. Oftmals, gerade im rechten Spektrum, sind sich Politiker gar nicht bewusst, was sie mir Ihren Worten anrichten...

Nicht nur vor Synagogen, etc pp