Die Polizei sichert Spuren an einem zerbrochenen Schaufenster, in dem das Auto des Amokfahrers steckt.
Die Polizei sichert Spuren an einem zerbrochenen Schaufenster, in dem das Auto des Amokfahrers steckt. Fabian Sommer
Kerzen und gebastelte Blumen liegen vor einer Stele an der Haupt- und Realschule Kaulbach-Schule im nordhessischen Bad Arolsen
Kerzen und gebastelte Blumen liegen vor einer Stele an der Haupt- und Realschule Kaulbach-Schule im nordhessischen Bad Arolsen. Bei dem tödlichen Auto-Vorfall in Berlin sind nach derzeitigem Kenntnisstand neben der getöteten Lehrerin aus dieser Schule 14 Menschen verletzt worden. Swen Pförtner
Todesfahrt in Berlin

Sechs Opfer weiter in lebensbedrohlichem Zustand

Der Todesfahrer in Berlin hatte nach Erkenntnissen der Polizei in der Vergangenheit psychische Probleme. Und noch immer kämpfen einige der Opfer um ihr Leben.
dpa
Berlin

Nach der Todesfahrt in Berlin befinden sich laut Polizei weiterhin sechs Menschen in einem lebensbedrohlichen Zustand. Neben der toten Lehrerin seien nach neuesten Informationen 29 Menschen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Dazu zählten auch Menschen, die unter Schock stünden.

Neben den Betroffenen aus der Schülergruppe, mit der die getötete Lehrerin aus Hessen in Berlin unterwegs war, gebe es derzeit 14 weitere Betroffene. Weitere Schwankungen bei den Zahlen sind nach Angaben von Polizei und Feuerwehr wegen der dynamischen Entwicklung möglich.

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Von der Schülergruppe aus Hessen befinden sich laut Polizei noch sieben Jugendliche und ein Lehrer im Krankenhaus. Nach Angaben der Feuerwehr (Stand Mittwochabend) wurden insgesamt 22 Menschen in Berliner Krankenhäusern im Zusammenhang mit der Todesfahrt behandelt.

„Wir selbst haben vor Ort 17 Menschen versorgt und in Krankenhäuser gebracht“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Davon seien sechs Betroffene lebensbedrohlich und drei schwer verletzt gewesen. Weitere Menschen hätten sich eigenständig in Kliniken gemeldet.

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Ein Großteil der Betroffenen sei verletzt worden, als der Fahrer an der Ecke Ku'damm/Rankestraße in die Menschengruppe gefahren sei. Weitere Verletzte habe es gegeben, als der Wagen knapp 200 Meter weiter auf an der Ecke Tauentzienstraße/Marburger Straße im Schaufenster einer Parfümerie landete.

Der Todesfahrer hatte nach Erkenntnissen der Polizei in der Vergangenheit psychische Probleme. „Die genauen Umstände müssen im Rahmen der laufenden Ermittlungen noch geklärt werden“, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Der jetzt 29-jährige Mann armenischer Herkunft sei 2015 in Deutschland eingebürgert worden. Bei der Polizei sei er mehrfach aufgefallen, es habe Ermittlungen gegeben wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Beleidigung. Über politische und extremistische Taten sei nichts bekannt.

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