ROBERT KOCH INSTITUT

Selbst mit Corona-Impfstoff sollen die Masken bleiben

Viele Menschen hoffen auf einen Corona-Impfstoff, weil sie glauben, dass dann wieder ein unbeschwerter Alltag einkehren kann. Das RKI winkt aber ab.
In Köln wird für das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Raum geworben.
In Köln wird für das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Raum geworben. Oliver Berg
Auch bei Handball-Spielen gilt die Maskenpflicht und Abstands- sowie Hygieneregeln müssen eingehalten werden.
Auch bei Handball-Spielen gilt die Maskenpflicht und Abstands- sowie Hygieneregeln müssen eingehalten werden. Andreas Gora
Berlin.

Der Alltag in Deutschland muss nach Ansicht des Robert Koch-Instituts (RKI) auch mit Einführung eines Corona-Impfstoffs zunächst eingeschränkt bleiben – einschließlich Maskentragen und Abstandsgeboten.

Darauf weist das RKI in einem am Dienstag veröffentlichten Strategiepapier hin. Demnach werden zwar voraussichtlich im kommenden Jahr ein oder mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen – und die Bekämpfung des Coronavirus entscheidend verbessern.

Mehr lesen: Am Dienstag sind 56 neue Infektionen mit dem Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern registriert worden.

Abstand, Maske, Hygiene

Allerdings dürfte es ein solches Mittel zu Beginn nur in begrenzten Mengen geben und insbesondere Risikogruppen zu Gute kommen. Deshalb seien weiterhin „gewisse Modifikationen des Miteinander-Seins“ wichtig. Darunter versteht das RKI unter anderem Abstandhalten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen, Lüften sowie die Verlegung von Freizeitaktivitäten möglichst nach draußen.

Mehr lesen: Politik drängt Bürger in MV zu Grippe-Impfungen

Vor zwei Monaten wurde bereits ein ähnliches Papier veröffentlicht, in der eine frühere Verfügbarkeit eines Impfstoffs für möglich gehalten worden war. Dieses Papier hatte das RKI wenige Stunden später zurückgenommen, weil es sich um eine veraltete Version gehandelt habe.

In dem jetzt vorgelegten Dokument formuliert das RKI strategische Ziele: Im Vordergrund stehe, die Ausbreitung sowie die gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie zu minimieren, während das gesamtgesellschaftliche und wirtschaftliche Leben möglichst wenig beeinträchtigt werden soll.

Überlastung des Gesundheitssystems vermeiden

„Wir brauchen im Umgang mit Covid-19 in den nächsten Wochen und Monaten zeitlich und regional beschränkte Maßnahmen, die an das jeweilige Risiko angepasst werden“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Eine Überlastung des Gesundheitssystems, Spätfolgen der Erkrankung und Todesfälle sollten soweit wie möglich vermieden werden, heißt es in dem Papier.

Mehr lesen: Stralsunder Schüler müssen zum Corona-Test in die Schule

Das RKI beschäftigt sich auch mit Schulen und Kitas: Bisherige Erkenntnisse zeigten klar, dass „Bildungseinrichtungen einer der Orte sind, die eine Rolle im Infektionsgeschehen haben“. Dennoch sei es wichtig, sie durch Einhalten von Hygienekonzepten weiter offen zu halten.

Mehr lesen: Templiner Schülerin mit Coronavirus infiziert

Risikogruppen auf Influenza und Pneumokokken impfen

Mit Blick auf Reisen schreibt das RKI: „Erhöhte Mobilität (berufliche oder private Reisetätigkeit) bedeutet erweitertes Risiko.“ Allerdings hänge das Risiko nicht primär vom Ort der Reise ab, sondern wesentlich vom Verhalten des Einzelnen in einem Gebiet mit Virusübertragungen.

Das RKI spricht sich dafür aus, insbesondere Risikogruppen breit auf Influenza und Pneumokokken zu impfen. „Für die Pandemiekontrolle der kommenden Monate spielen Impfstoffe gegen andere Atemwegserkrankungen vor allem in der kalten Jahreszeit eine entscheidende Rolle.“ Dadurch könnten Menschen geschützt und das Gesundheitssystem entlastet werden.

Mehr lesen: Schwesig verteidigt Corona-Regeln für Reisen nach MV

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Berlin

Kommende Events in Berlin (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (2)

...das es irgendwann mal wieder einen Alltag ohne Masken und Einschränkungen geben wird, wird auch glauben, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet!

Na toll, jetzt ist also die Katze aus dem Sack! Maulkorb und weitreichende Verbote werden uns also auf unbestimmte Zeit aufgezwungen bleiben. Ab nächsten Montag gehe ich um 19:00 Uhr wieder spazieren in Neubrandenburg!

Mich wundert im Übrigen, dass unter diesem Artikel überhaupt erst die Kommentarfunktion freigeschaltet; ist doch ganz klar, dass die Kommentare wieder verschwinden, wenn hier noch ein paar mehr Statements folgen, die nicht der offiziellen Linie entsprechen. Wie z. B. gestern bei diesem Artikel: "Absurde Corona-Verbote in MV und was trotzdem erlaubt ist".