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Peta-Provokation

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Sind Agrarminister automatisch Tierquäler?

"Täterin Nr.1: weg" steht über einem Facebook-Beitrag der Tierschutzaktivisten, das neben Christina Schulze Föcking auch deren niedersächsische Amtskollegin Barbara Otte-Kinast und Bundesagrarministerin Julia Glöckner (beide CDU) zeigt.
"Täterin Nr.1: weg" steht über einem Facebook-Beitrag der Tierschutzaktivisten, das neben Christina Schulze Föcking auch deren niedersächsische Amtskollegin Barbara Otte-Kinast und Bundesagrarministerin Julia Glöckner (beide CDU) zeigt.
Screenshot Facebook

NRW-Agrarministerin Schulze Föcking ist wegen Drohungen zurückgetreten. Die Tierrechtsorganisation Peta tritt jetzt mit Anschuldigungen nach.

Die umstrittene Tierschutzorganisation Peta hat den Rücktritt der nordrhein-westfälischen Agrar- und Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU) wegen Drohungen in geschmackloser Weise kommentiert. In einem Facebook-Beitrag, der an einen Fahndungsaufruf erinnert, steht über einem Foto der Politikerin, „Täterin Nr.1: weg”. Das Bild ist zudem in Teilen durchgestrichen. Neben dem Foto von Schulze Föcking sind Bilder zu sehen, welche die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Bundesagrarministerin Julia Glöckner (beide CDU) zeigt. Darunter ist zu lesen, „Tierqualprofiteure raus aus der Politik!”

"Täterin Nr.1: weg" steht über einem Face-Bookbeitrag der Tierschutzaktivisten, das neben Christina Schulze Föcking auch deren niedersächsische Amtskollegin Barbara Otte-Kinast und Bundesagrarministerin Julia Glöckner (beide CDU) zeigt.

Schulze Föcking hatte am Dienstag ihren Rücktritt bekannt gegeben. Sie steht seit Monaten an mehreren Fronten unter dem Dauerfeuer der Opposition. Außerdem hat es nach ihrer Darstellung massive Drohungen in anonymen Briefen und im Internet gegeben. Auf Kritik an dem Facebook-Beitrag in Kommentaren antworten Peta, „wer andere ausbeutet, darf sich nicht wundern, auf Gegenwind zu stoßen”. Auch wird die Mutmaßung geäußert, dass die Politikerin aus Angst vor Ermittlungen in ihrem landwirtschaftlichen Betrieb den Posten aufgegeben hat. Zugleich versichern die Peta-Aktivisten: „Wir haben keinerlei Drohungen gegen Frau Schulze Föcking oder ihre Familie ausgesprochen. Wenn jemand seinen Lebensunterhalt mit Tierquälerei bestreitet und dann aufgrund des massiven Gegenwinds seinen Job verliert, können wir jedoch kein Mitleid empfinden.”

Stalleinbrüche sollen stärker bestraft werden

Schon im Juli 2017 war die CDU-Politikerin unter Druck geraten, als heimlich aufgenommene Videos verletzter Schweine im Betrieb ihrer Familie aufgetaucht waren. Die Staatsanwaltschaft stellte aber die Ermittlungen ein, weil sie keine Verstöße gegen den Tierschutz sah.

Klöckner hat die Methoden von Tierrechtsorganisationen wie Peta jetzt scharf kritisiert. „Wir brauchen keine selbsternannte Stallpolizei, die die Einhaltung des Tierschutzes kontrolliert”, betonte die CDU-Politikerin in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung”. Es sei Aufgabe des Staates, Landwirte zu belangen, die ihre Tiere schlecht halten. Klöckner kündigte an, dass die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode sogenannte Stalleinbrüche stärker bestrafen wolle. Bislang gehen Aktivisten oft straffrei aus, die sich Zugang zu Ställen verschaffen und heimlich filmen. Landwirte kritisieren das.

Peta stand zuletzt gleich mehrfach in der Öffentlichkeit: Die Tierrechtsorganisation forderte ein Mahnmal, nachdem ein Lkw mit Sprotten umgekippt war. Außerdem haben sie einen Schafhalter angezeigt. Peta warf ihm vor, seine Schafe absichtlich schlecht gesichert zu haben, damit Wölfe legal geschossen werden können.

Kommentare (1)

Deutschland e.V. ist links und radikal. Letzteres darf man wörtlich verstehen. "Ermittlungen", Drohnungen, Anzeigen und Verleumdungen sind an der Tagesordnung. Man kann Angst bekommen vor diesem Verein. Schulze Föcking war übrigens zum Zeitraum der Filmaufnahmen gar nicht für die Tierhaltung in dem Schweinemastbetrieb zuständig. Die Verantwortung für die angeblichen Verstöße gegen das Tierrecht lag alleine bei ihrem Mann. Doch auch gegen ihn wurde das Verfahren mangels Beweisen eingestellt.