Der falsche Impfpass flog auf: Nun darf der Mann kein Soldat mehr sein.
Der falsche Impfpass flog auf: Nun darf der Mann kein Soldat mehr sein. Karl-Josef Hildenbrand, Stefan Puchner, NK-Montage
Impfpass gefälscht

Soldat verweigert Impfbefehl und kassiert Bewährungsstrafe

Der Berufssoldat hatte am Ende ein gefälschtes Impfzertifikat vorgelegt. Im Urteil wurde auch berücksichtigt, dass der Mann nun arbeitslos ist.
dpa
Berlin

Ein 26-Jähriger, der als Stabsgefreiter die Corona-Schutzimpfung verweigert und gefälschte Impfpässe vorgelegt hat, ist zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach ihn am Mittwoch der Gehorsamsverweigerung sowie des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse schuldig. Es bestehe eine Corona-Impfpflicht bei der Bundeswehr, hieß es im Urteil. „Als Soldat muss man gehorchen“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Der Angeklagte hatte gestanden und berichtet, dass er wegen der Vorfälle aus dem Dienst entlassen worden sei. „Seit gestern arbeitslos“, gab er zu Protokoll. Er habe sich nicht zu einer Corona-Impfung durchringen können, unter anderem wegen großer Angst vor erheblichen Nebenwirkungen. Die Frage der Richterin, ob er seriöse Quellen zu Rate gezogen und mit Ärzten gesprochen habe, ließ der Angeklagte unbeantwortet.

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Impfpflicht auch gegen andere Krankheiten

Soldatinnen und Soldaten müssen sich seit vielen Jahren gegen eine ganze Reihe von Krankheiten impfen lassen, wenn keine besonderen gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Am 24. November 2021 nahm das Verteidigungsministerium eine Covid-19-Impfung als verbindlich in die allgemeinen Regelungen zur Zentralen Dienstvorschrift „Impf- und weitere Prophylaxemaßnahmen“ auf. Auf der Liste stehen unter anderem auch Impfungen gegen Masern, Hepatitis und Influenza.

Dem damaligen Stabsgefreiten bei einem Wachbataillon war im Dezember 2021 befohlen worden, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, so die Anklage. Mitte Januar sei ihm der Befehl erneut erteilt worden. In zwei Fällen habe er sich ein Impfbuch beschafft, wonach er angeblich in einem Impfzentrum eine Impfung erhalten habe.

Das Gericht ging von einem „hohen Grad an Verzweiflung, aber auch einen hohem Grad an krimineller Energie“ aus. Berücksichtigt sei bei der verhängten Strafe, dass der ehemalige Soldat, der sich für zwölf Jahre verpflichtet hatte, nun vor dem Nichts stehe.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin. Die Verteidigerin hatte keinen konkreten Antrag gestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Kommentare (1)

Letztlich bleiben Soldaten und Pflegepersonal, die nicht ausreichend erforschten Impfstoffen skeptisch bleiben, nur der Wechsel in andere Berufe. Wer weiss, wieviel Menschen damals bei Contergan skeptisch waren, bis der Wahnsinn nicht mehr verschwiegen werden konnte. Vermutlich niemand, weil damals blindes Vertrauen von Ärzten und Bürgern in Pharmaunternehmen.