Querdenker können offenbar nicht bei Spreadshirt bestellen, Deutschlandfeindlichkeit scheint hingegen okay zu sein.
Querdenker können offenbar nicht bei Spreadshirt bestellen, Deutschlandfeindlichkeit scheint hingegen okay zu sein.
Markenschutz oder Zensur

Spreadshirt blockiert Querdenken-Schriftzug

Aktueller Aufreger bei Twitter und Telegram: Warum kann man bei einem großen Textil-Beschrifter das Wort „Querdenken“ nicht auf Klamotten drucken lassen?
Leipzig

Tippt man den Namen der Corona-Maßnahmen-kritischen Bewegung im Gestaltungstool ein, ploppt umgehend ein roter Warnhinweis auf: „'Querdenken' dürfen wir nicht drucken“ – dazu ein dickes Ausrufungszeichen. Da drängt sich nicht nur Querdenken-Unterstützern die Frage auf: Wer verbietet das denn? Und warum?

Hier zur Auflösung: Deshalb ist "Querdenken" auf T-Shirts von Spreadshirt verboten

Linksextrem ist offenbar kein Problem

Der Nordkurier probierte es aus: Das Stoppschild wird auch bei anderen Schriftzügen eingeblendet. Die sind dann aber nachweislich rechtsextremistisch und verboten. Was zum Beispiel nicht geht: „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“. Mit linksextremen Botschaften wie „Deutschland verrecke“ oder „Deutschland muss sterben, damit wir leben können“ scheint das Leipziger Unternehmen hingegen keine Probleme zu haben, der Vorgang kann fortgesetzt werden.

Gesinnungskontrolle oder Markenschutz?

Bei Twitter wird heiß diskutiert: Setzt Spreadshirt bei den Querdenkern den Gesinnungshebel an? Wird aus politischer Korrektheit heraus zensiert, obwohl die Bewegung nicht verboten ist? Vielleicht steckt aber ja auch gar nichts Ideologisches, sondern ganz einfach Markenschutz hinter dem Warnhinweis. Beim Deutschen Patent- und Markenamt ist der Stuttgarter "Querdenker"-Organisator Michael Ballweg mehrfach für die Wortmarke als Inhaber aufgeführt.

Mehr lesen: Richter entscheidet: Querdenker-Handy bleibt in Neubrandenburg

Der Nordkurier fragte bei „Spreadshirt“ nach, erhielt bislang aber keine Antwort. Bei dem Leipziger Unternehmen schien man auf das Thema nicht vorbereitet zu sein. Erst wurde mehrmals intern Rücksprache gehalten, dann hieß es „Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort“ und dann – okay, es werde sich heute noch jemand melden. Sobald das der Fall ist, werden wir natürlich berichten, was genau hinter dem Querdenken-Verbot bei Spreadshirt steckt.

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