Eine neue Studie besagt, dass das Risiko schwerer Nebenwirkungen bei mRNA-Impfstoffen größer als bisher angenommen
Eine neue Studie besagt, dass das Risiko schwerer Nebenwirkungen bei mRNA-Impfstoffen größer als bisher angenommen sei. Jens Büttner / Archiv
Corona-Impfung

Studie sieht hohes Risiko durch mRNA-Impfung – MV-Experte Reisinger widerspricht

Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass das Risiko schwerer Nebenwirkungen bei mRNA-Impfstoffen größer als bisher angenommen sei. Die Studie stößt auf Kritik.
Rostock

Eine neue Studie zu Nebenwirkungen von mRNA-Impfungen sorgt derzeit für Aufsehen. Konkret soll das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen durch die Impfung höher sein als die Reduzierung des Risikos, wegen einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden.

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Daten zu Nebenwirkungen neu analysiert

An der Studie, die Daten der klinischen Phase III-Studien von Biontech/Pfizer und Moderna neu analysiert, haben Forscher mehrerer amerikanischer Universitäten – darunter der renommierten Stanford-University – mitgewirkt. Konkret heißt es in der Studie:

„In der Moderna-Studie war das zusätzliche Risiko schwerwiegender AESIs (15,1 pro 10.000 Teilnehmer) höher als die Risikominderung für eine COVID-19-Krankenhauseinweisung im Vergleich zur Placebogruppe (6,4 pro 10.000 Teilnehmer).

In der Pfizer-Studie war das zusätzliche Risiko schwerwiegender AESIs (10,1 pro 10.000) höher als die Risikominderung für eine COVID-19-Krankenhauseinweisung im Vergleich zur Placebogruppe (2,3 pro 10.000 Teilnehmer).”

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Diese Ergebnisse würden Anlass zur Sorge geben, dass mRNA-Impfstoffe höhere Risiken mit sich brächten, als ursprünglich angenommen. Die Reanalyse habe zudem „ein um 36 % höheres Risiko schwerwiegender unerwünschter Ereignisse bei geimpften Teilnehmern der Pfizer-Studie” ergeben.

Rostocker Infektiologe Reisinger nennt Studie „Fake”

Der Infektiologe Professor Emil Reisinger, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock, stuft die Studie als „Fake” ein. Einer der sechs Autoren der Studie, Professor Peter Doshi von der Fakultät für Pharmazie an der University of Maryland, sei ein bekannter Impfgegner.

Der Vergleich von Nebenwirkungen durch eine Impfung mit der Hospitalisierungsrate durch eine Covid-19 Erkrankung sei „nichtssagend”. Die Interpretation der Pfizer-Daten würde nicht von der WHO geteilt.

„Auch bei eigenen Erfahrungen nach Tausenden verabreichter Impfungen erscheinen mir die offiziellen Angaben zur Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe plausibel und glaubhaft”, so der Infektiologe.

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Forscher üben Kritik an Daten der Pfizer-Studie

Die Autoren der Studie selbst diskutieren zum Schluss ihre Ergebnisse – ein in der Forschung übliches Vorgehen. Sie betonen, dass die Untersuchung vorläufig sei. Eine ordnungsgemäße Schaden-Nutzen-Analyse sei erforderlich.

Hierbei müssten die individuellen Teilnehmerdaten, sprich das Alter und Geschlecht der Teilnehmer mit schweren Nebenwirkungen, veröffentlicht werden. Der Pharmakonzern Pfizer gestatte bisher keinen Zugang zu diesen Daten, so die Forscher.

Erst diese Daten würden eine exakte Schaden-Nutzen-Analyse für Personen mit geringem Risiko für schwerwiegende Komplikationen durch eine Corona-Infektion erlauben. Es sei zudem möglich, dass bei einem Patienten mehrfach schwerwiegende Nebenwirkungen aufgetreten seien. Das gehe aus den bisher veröffentlichten Pfizer-Daten nicht hervor.

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Studie verweist auf Rückzug mehrerer Impfstoffe

Die Forscher kritisieren die unterschiedlichen Aufzeichnungspraktiken bei Moderna und Pfizer sowie einen zu geringen Beobachtungszeitraum von einem Monat nach Verabreichung der zweiten Dosis bei Pfizer – dies habe möglicherweise zu einer Unterzählung schwerwiegender Nebenwirkungen geführt.

Brisant ist zudem der Satz: „Unerwünschte Ereignisse, die nach der Markteinführung festgestellt wurden, haben zum Rückzug mehrerer Impfstoffe geführt. " Sie beziehen sich auf einen Rotavirus-Impfstoff, der vom Markt genommen wurde. Ob die Forscher damit andeuten wollen, dass auch die mRNA-Impfstoffe vom Markt genommen werden sollen, ist unklar.

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Kommentare (1)

Hat MV-Experte Reisinger schon eigene Studie in Auftrag oder kämpft er bei den entsprechenden Stellen seit Monaten um Fördergelder, damit Klarheit und Sicherheit in Deutschland walten kann und darf? Ich komme mir wie im Frühsozialismus vor, wo man jegliche wissenschaftliche Arbeit, die die herrschende Politik begleitet, durchleuchtet und ggbf. auf Fehlentwicklungen deutet, mit politbürolichen Statements abspeist, dass einer der Autoren solch Studie den Sozialismus kritisch sähe und somit unglaubwürdig sei. Wenn das stimmt, ist mir die Hysterie zu einem anderen Thema verständlich: beim Klimawandel. Wohin die Klimawandelhysterie führt, erlebt man gerade live. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht - läuft zum 31.12.22 aus und wird vom Gesetzgeber nicht verlängert (!) - wurde stillschweigend politisch und medial begraben. Auch hier deutet sich an, was eigentlich vielen Bürgern auffallen sollte: nach der Ruinierung des Gaststättengewerbes durch Maskenpflicht wegen Corona wurde mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht auch der Pflegebereich in eine höchst prekäre Situation gebracht - um es noch vornehm auszudrücken. Entweder sind die Politiker Hasardeure oder deren Berater ("Experten") willige Helfer des beschleunigten Untergangs (andere nennen es Zeitenwende, Transformation) unseres Gesellschaftssystems.