Tausende Migranten sind Richtung Polen unterwegs.
Tausende Migranten sind Richtung Polen unterwegs. Sie gehen auf der Fernstraße M6. Privat
Einige Kinder spielen an einem Baum, während sich in der Nähe der weißrussisch-polnischen Grenze Migranten versammelt haben.
Einige Kinder spielen an einem Baum, während sich in der Nähe der weißrussisch-polnischen Grenze Migranten versammelt haben. DPA
Tausende Migranten wollen über die Grenze nach Polen.
Tausende Migranten wollen über die Grenze nach Polen. Privat
Die Migranten wollen über die Grenze nach Polen. Das polnische Militär will sie daran hindern.
Die Migranten wollen über die Grenze nach Polen. Das polnische Militär will sie daran hindern. Privat
Das polnische Militär beobachtet die Lage.
Das polnische Militär beobachtet die Lage. Dywizja Zmechanizowana
Die noch unbefestigte Grenze wird durch den polnischen Grenzschutz und das Militär abgesichert. (Symbolbild)
Die noch unbefestigte Grenze wird durch den polnischen Grenzschutz und das Militär abgesichert. (Symbolbild) Straz Graniczna (Polnischer Grenzschutz)
Polnische Grenzer beobachten die Lage.
Polnische Grenzer beobachten die Lage. Straz Graniczna
Der polnische Krisenstab berät am Montagnachmittag das weitere Vorgehen.
Der polnische Krisenstab berät am Montagnachmittag das weitere Vorgehen. Mateusz Morawjecki
Kälte und Feuchtigkeit machen den Migranten zu schaffen.
Kälte und Feuchtigkeit machen den Migranten zu schaffen. Wojsko Polskie
Das Militär und die Flüchtlinge stehen sich an der Grenze gegenüber.
Das Militär und die Flüchtlinge stehen sich an der Grenze gegenüber. Dywizja Zmechanizowana
Einige Migranten haben sich an der weißrussisch-polnischen Grenze versammelt. Mehrere Hundert Migranten haben sich nach Angaben der Behörden in Belarus zu Fuß auf den Weg zur Grenze zum EU-Nachbarland Polen gemacht.
Einige Migranten haben sich an der weißrussisch-polnischen Grenze versammelt. Mehrere Hundert Migranten haben sich nach Angaben der Behörden in Belarus zu Fuß auf den Weg zur Grenze zum EU-Nachbarland Polen gemacht. DPA
Polen gründet Krisenstab

Tausende Migranten versammeln sich an Grenze – einige durchbrechen den Zaun

An der Grenze zwischen Belarus und Polen spitzte sich die Lage am Montag zu. Tausende Migranten versammelten sich. Einige versuchten, die Grenze zu durchbrechen.
Minsk

In Weißrussland nahe dem Grenzübergang Kuźnica zu Polen haben sich am Montag mehrere tausend Migranten, darunter auch Frauen und Kinder, auf den Weg gemacht, um möglicherweise die Grenze zu durchbrechen. Die Vorbereitungen waren in der Nacht zu Montag auf verschieden kurdischen Facebookprofilen zu sehen.

Gegen 8 Uhr gingen die Frauen, Männer und Kinder am Rand der Autobahn M6 in Belarus los Richtung Grenze nach Polen. Sie wurden von einer Spezialeinheit des belarussischen Grenzschutzes begleitet und überwacht. Mehrere Videos, die am Montagmorgen auf Twitter veröffentlicht wurden, zeigten diesen Ansturm auf die Grenze. Sie wurden in der Nähe des Grenzübergangs Kuźnica aufgenommen.

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Laut des belarussischen Journalisten Tadeusz Giczan sollen Migranten bei einer Versammlung in Minsk schon am Samstag entschieden haben, als eine große Menschengruppe zu einem polnischen Grenzübergang zu ziehen, um diesen zu überqueren.

Ministerium veröffentlichte Drohnenbilder 

Das polnische Verteidigungsministerium veröffentlichte um 10.54 Uhr eine Drohnenaufnahme von der Situation in der Grenznähe zu Kuźnica, auf der eine sehr große Menschenmenge vor der EU Außengrenze zu sehen war. Der polnische Innenminister Kaminski erklärte, dass Polen auf alle Situationen an der Grenze vorbereitet ist und er die Zahl der Grenzschutzbeamten, Soldaten und Polizisten erhöht habe.

Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak erklärte in den polnischen Medien, dass nun 12.000 Soldaten an der Grenze zum Einsatz kommen, unter anderem auch eine Spezialeinheit namens Wojska Obrony Terytorialnej (WOT). Es wurde eine erhöhte Alarmbereitschaft ausgerufen. Die polnische Armee war zusammen mit der Polizei und dem polnischen Grenzschutz bereit, die polnische Grenze zu verteidigen. 

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Nach Nordkurier-Informationen stand diese riesige Gruppe von Migranten unter der Kontrolle von bewaffneten belarussischen Grenzbeamten. Die polnische Regierung berief einen Krisenstab ein. Das Parlament hatte in der vergangenen Woche den Bau einer befestigten Grenzanlage an der Grenze zu Belarus beschlossen. Die Barriere soll sich auf eine Länge von mehr als 100 Kilometern entlang der östlichen EU-Außengrenze erstrecken und fünf Meter hoch sein. Gerüchte, wonach polnische Panzer an der Grenze in Stellung gebracht wrden, wurden nicht bestätigt.

Polens Krisenstäbe tagen

In Warschau tagte am Montagnachmittag ein kurzfristig einberufener Krisenstab des polnischen Heimatschutzes unter der Leitung des Präsidenten Andrzej Duda. "Angesichts einer so ernsten Bedrohung an der Ostgrenze von Polen und der EU konzentrieren sich alle Behörden des Landes auf eine zentrale Aufgabe – die Sicherheit für Polen und für die EU zu gewährleisten und vor äußeren Bedrohungen zu schützen," so Mateusz Morawjecki.

Zusätzlich wurde um 13 Uhr aufgrund der sich dynamisch entwickelnden, schwierigen Situation eine Notfallsitzung des Krisenmanagements der Regierung durch Minister Mateusz Morawjecki einberufen, an der alle betroffenen Befehlshaber und Minister der polnischen Einheiten und Behörden teilnahmen.

"Die polnische Regierung ist fest entschlossen, dass wir die Sicherheit unseres Landes und der EU als Ganzes verteidigen werden, unter Einhaltung unserer internationalen Verpflichtungen. Vor allem müssen wir das staatliche Interesse und die Sicherheit polnischer Soldaten, der Beamten des Grenzschutzes und aller Bürger Polens gewährleisten." so Mateusz Morawjecki.

Am Abend beruhigte sich die Lage. Mit einem großen Aufgebot von Spezialkräften des Militärs, Polizei und Grenzschutz konnte der große Durchbruch in Kuznica verhindert werden. Zeitgleich gelang es aber kleineren Gruppen an anderen Grenzabschnitten, den Grenzzaun zu überwinden. Auf der Fernstraße M6 waren sehr viele Frauen und Kinder mit dabei. Bei den kleineren Grenzüberschreitungen, teils nur knapp 10 Kilometer entfernt, waren es hingegen meist nur Männer. 

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