ZWEIFEL AM HÖCHSTWERT

Temperaturrekord von 2019 falsch gemessen?

Nach Protesten und Zweifeln räumt der Deutsche Wetterdienst ein, am Standort Lingen die 42,6 Grad im Sommer 2019 nicht normgerecht festgestellt zu haben. Das hat Konsequenzen.
Im vergangenen Sommer wurden hier in Lingen 42,6 Grad gemessen. Nun wird diese Messung überprüft.
Im vergangenen Sommer wurden hier in Lingen 42,6 Grad gemessen. Nun wird diese Messung überprüft. Martin Remmers
Offenbach.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) überprüft nach eigenen Angaben den vermeintlichen deutschen Temperaturrekord und will nach monatelangen Querelen seine Wetterstation Lingen im Emsland so schnell wie möglich verlegen.

„Messdaten dieser Station sind wissenschaftlich unseriös”

„Die Messdaten dieser Station sind wissenschaftlich unseriös und fachlich nicht tragbar. Ab morgen werden die Wettermeldungen der fragwürdigen Wetterstation Lingen endgültig eingestellt. Ich bin mir sicher, dass nach einer eingehenden Überprüfung auch der derzeitige Rekordwert von 42,6 Grad Celsius aus dem vergangenen Jahr annulliert wird“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met. Wie er hatten auch die Vertreter anderer privater Wetterdienste an den DWD-Daten aus Lingen gezweifelt.

Laut Klaus-Jürgen Schreiber, Technik-Vorstand des DWD haben die Baumaßnahmen am neuen Standort in Lingen-Baccum begonnen. „Wir hoffen, das neue Messfeld im Frühjahr 2021 eröffnen zu können”, sagte er. Da die bestehende Station durch Veränderungen im Umfeld den internationalen Vorgaben nicht mehr optimal entsprochen habe und für Erweiterungen mit neuer Messtechnik zu klein sei, habe der DWD seit mehreren Jahren nach einem neuen Standort im Raum Lingen gesucht, sagte Schreiber.

Deutsche Temperaturrekord wird überprüft

Der deutsche Temperaturrekord von 42,6 Grad Celsius werde überprüft, so der DWD. Ob der am 25. Juli 2019 in Lingen gemessene Wert korrigiert werden müsse, werde nach einer systematischen Analyse der Messdaten entscheiden. Dazu würden derzeit Vergleichsmessungen mit einem zweiten Sensor auf dem Gelände der Station durchgeführt.

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Kommentare (3)

China... ein Sack Reis... umgefallen...

Sind die Thermometer nicht normgerecht, im Handel ?

... muss man sich mal vorstellen. Erst nach "massiven" Protesten ändert der DWD seine Messwerte. Mann hat es also schon gewusst, aber nichts getan. Das ist der eigentliche Skandal an der Sache. Damit ist die Überschrift des Artikels vermarmlosend. Er müsste eigentlich mit "Skandal beim DWD" überschrieben sein.