FESTIVAL UNTERBROCHEN

Terrorverdacht bei "Rock am Ring"

Die Polizei hat aufgrund einer „terroristischen Gefahrenlage” die Besucher aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Rund 90.000 Musik-Fans wurden bei dem Festival erwartet.
dpa
Die Besucher wurden von Polizei und Organisatoren gebeten, das Gelände zu verlassen.
Die Besucher wurden von Polizei und Organisatoren gebeten, das Gelände zu verlassen. Thomas Frey
Nürburg.

Das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival "Rock am Ring" ist wegen Terrorgefahr unterbrochen worden. Die Polizei habe aufgrund einer "terroristischen Gefährdungslage" die Veranstalter des dreitägigen Rockfestivals am Freitagabend angewiesen, die Besucher zum Verlassen des Geländes aufzufordern, teilten die Organisatoren mit.

Die zuständige Polizei in Koblenz teilte am Abend mit: "Hintergrund sind konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen ist. Derzeit laufen Ermittlungen mit Hochdruck."

Veranstalter: "Unser Publikum hat fantastisch reagiert"

Nach der Unterbrechung des Musikfestivals haben die Besucher den Veranstaltern zufolge das Gelände verlassen. Der Zuschauerbereich sei am Freitagabend um 21.30 Uhr geräumt gewesen, eine halbe Stunde nach der Ankündigung der Unterbrechung, teilte der Organisator Marek Lieberberg am Nürburgring mit. "Unser Publikum hat fantastisch reagiert", sagte Lieberberg weiter. Er bat die Sicherheitsbehörden, die dreitägige Veranstaltung weiterlaufen zu lassen. In Richtung der Polizei sagte er: "Ich hoffe, dass sie mit uns und unseren Fans ebenso umgehen wie bei Fußballspielen, wo am nächsten Tag wieder gespielt wird." Damit spielte er auf den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund an, dessen Team am nächsten Tag trotzdem in der Champions League antrat. Die Kommunikation mit den Behörden bezeichnete Lieberberg als gut. "Es liegt an der Bewertung", sagte er. "Ist das das Ergebnis unserer wehrhaften Demokratie? Was wird als nächstes abgesagt?"

Ein Polizeisprecher sagte dagegen am Abend, es gebe keinen konkreten Plan, "wann wir das Gelände wieder freigeben".

Ministerium bestätigt Terrorwarnung

Auf dem Festivalgelände des Nürburgrings waren folgende Lautsprecherdurchsagen zu hören: "Wegen einer terroristischen Bedrohungslage wird das Festival für heute abgebrochen. Wir hoffen, dass es morgen weitergeht. Bitte begebt euch zu den Ausgängen." Alle Besucher wurden gebeten, das Festivalgelände kontrolliert und ruhig in Richtung Ausgänge und Campingplätze zu verlassen.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat eine Terrorwarnung für "Rock am Ring" bestätigt. Es gibt Hinweise auf eine mögliche terroristische Bedrohungslage, sagte Ministeriumssprecherin Joachim Winkler. Es wurde erwartet, dass sich der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am späten Freitagabend selbst am Festivalgelände zur Gefährdungslage äußert.

Das wohl bekannteste Rockfestival Deutschlands war - begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen – am Freitag am Nürburgring eröffnet worden. Bis zu 90 000 Musikfans wurden in der Eifel erwartet. Als Höhepunkt am Eröffnungstag hatte der Auftritt der Band Rammstein gegolten, der am späten Abend (22.30 Uhr) beginnen sollte.

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