MESSE STARTET

Tierschützer kritisieren „Jagd & Hund 2020”

Europas größte Jagdmesse „Jagd & Hund” startet am Dienstag in Dortmund. Einige Aussteller werden im Vorfeld von Tierschützern kritisiert.
Vom 28. Januar bis 2. Februar finden in Dortmund zeitgleich die Messen „Jagd und Hund” und „Fisch & Ange
Vom 28. Januar bis 2. Februar finden in Dortmund zeitgleich die Messen „Jagd und Hund” und „Fisch & Angel” statt. Bernd Thissen (Symbolfoto)
In Südeuropa und auf dem Balkan wurden laut Zeitschrift „British Birds” im vergangenen Jahr mindestens 1,45 M
In Südeuropa und auf dem Balkan wurden laut Zeitschrift „British Birds” im vergangenen Jahr mindestens 1,45 Millionen Turteltauben auf dem Zug in ihre Winterquartier abgeschossen. Komitee Gegen Den Vogelmord E.V.
Dortmund.

Auf Europas größter Jagdmesse „Jagd und Hund 2020” bieten Reiseveranstalter ab Dienstag in Dortmund auch Safaris für den Abschuss seltener Tiere im Ausland an.

Abschuss bedrohter Zugvögel im Angebot

Vogelschützer kritisieren, dass der Veranstalter „Messe Dortmund GmbH” auch Firmen eine Plattform bietet, die Abschüsse bedrohter Zugvögel wie Turteltauben (Vogel des Jahres 2020), Wachteln und Singvögeln in Süd- und Osteuropa im Programm haben.

Wie das „Komitee gegen den Vogelmord” mitteilt, haben Biologen in den letzten Wochen das Ausstellerverzeichnis der Messe ausgewertet und sind dabei auf insgesamt acht Unternehmen gestoßen, die das Töten europäischer Zugvögel gegen Entgelt zum Geschäftsmodell gemacht haben.

Papageientaucher, Eissturmvögel und Lummen

So sollen zum Beispiel die drei Reiseveranstalter „Absolute Hunting & Wingshooting”, „Diana Hunting Tours” und „Merle Jagdreisen” Abschüsse von ziehenden Turteltauben in Rumänien und Serbien anbieten. Das französische Unternehmen „Séjour Chasse” offeriere zahlungskräftigen Kunden die Gelegenheit, im Herbst in Frankreich auf Amseln und Drosseln oder in Russland auf seltene Doppelschnepfen zu schießen, so die Tierschützer.

Weitere Unternehmen werden aufgelistet, die in Nordeuropa den Abschuss seltener und bedrohter Vogelarten darunter Papageientaucher, Eissturmvögel und Lummen, anböten.

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Tierschützer wollen Ausschluss der Aussteller

Turteltauben, Wachteln und Bekassinen haben in den letzten Jahren in weiten Teilen der EU stark abgenommen und werden in Deutschland und seinen Nachbarländern mit großem Aufwand geschützt, so das Komitee. „Der Abschuss gefährdeter Zugvögel macht aufwendige Schutzprojekte in den Brutgebieten zunichte, beschleunigt den Rückgang dieser Arten und kann niemals nachhaltig sein”, so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd.

Die Tierschützer haben der Messe Dortmund GmbH vor Messestart schriftlich empfohlen, sich von den betroffenen Ausstellern zu trennen. Auch der Landesjagdverband NRW, der offiziell als „Ideeller Träger” der Messe fungiert, wurde aufgefordert, sich eindeutig von der Jagd auf gefährdete Zugvögel zu distanzieren und die Forderung nach Ausschluss von acht Ausstellern von der Messe zu unterstützen.

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