WINDPARKS

Viele Zugvögel weichen Offshore-Anlagen aus

Windkraftanlagen auf dem Meer sind wohl weniger gefährlich für Vögel als bislang befürchtet. Die erste Ergebnisse einer Studie zeigen aber auch: Es gibt noch große Wissenslücken.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel? Die Forschung dazu kommt dank neuer Technik weiter, es bleiben aber noch viele Fragen offen (Symbolbild).
Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel? Die Forschung dazu kommt dank neuer Technik weiter, es bleiben aber noch viele Fragen offen (Symbolbild). Jens Büttner
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Bonn.

Zumindest tagsüber weiche die überwiegende Mehrheit der Vögel Windkraftanlagen auf dem Meer aus, teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit. Nach wie vor gebe es aber noch große Wissenslücken, etwa über das nächtliche Kollisionsrisiko. Denn nachts und bei schlechtem Wetter sei die Erfassung kleiner Vögel technisch bislang nahezu unmöglich.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Birdmove“ untersuchen Ornithologen seit elf Jahren die Flugbewegungen ziehender und rastender Land- sowie Seevögel über der Nord- und Ostsee. Inzwischen erlaube es der technische Fortschritt, neben größeren Tieren auch kleine Vögel wie Sing- und Rotdrosseln, Brachvögel und Basstölpel mit Minisendern zu versehen, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Bei etwas größeren Tieren könnte der Flug sogar mit GPS-Sendern von Satelliten verfolgt werden.

Vogelzug über dem Meer

Demnach umfliegen auf dem Meer lebende Seevögel wie Basstölpel die Windparks, während Möwen relativ viel Zeit in den Anlagenparks verbringen. Bei Brachvögel stellten französische und estnische Forscher fest, dass die von Atlantik bis Russland ziehenden Tiere in relativ geringer Höhe von unter 300 Metern über das Meer fliegen und somit eine Überschneidung mit großen Windkraftanlagen vorliegen könnte.

Sehr kleine Singvögel wie Rotkehlchen können bislang allerdings nur mit Miniortungsgeräten besendert werden, die nicht GPS-fähig sind. Ein Team der Vogelwarte Helgoland hatte deshalb in der Deutschen Bucht ein Netzwerk von Radargeräten, Kameras und Mikrophonen geknüpft und erstmals detaillierte Bewegungen kleiner Singvögeln erfasst. Ihr Fazit: Manche Arten ziehen entlang der Küstenlinie, andere aber über das offene Meer.

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