KATASTROPHENFALL AUSGERUFEN

Waldbrand in Thüringen noch nicht gelöscht

Schon über Ostern hat ein Flächenbrand an der Bleiloch-Talsperre die Feuerwehr beschäftigt. Jetzt hat er sich ausgebreitet. Die Feuerwehrleute im Saale-Orla-Kreis sind überlastet.
dpa
Ein Polizeihubschrauber beim Löscheinsatz an der Bleilochtalsperre.
Ein Polizeihubschrauber beim Löscheinsatz an der Bleilochtalsperre. Bodo Schackow
Die Löscharbeiten an dem felsigen Gelände sind äußert schwierig.
Die Löscharbeiten an dem felsigen Gelände sind äußert schwierig. Bodo Schackow
Die Behörden haben den Katastrophenfall ausgerufen.
Die Behörden haben den Katastrophenfall ausgerufen. Bodo Schackow
Mehr als 100 Feuerwehrleute sind unter extrem komplizierten Bedingungen im Einsatz.
Mehr als 100 Feuerwehrleute sind unter extrem komplizierten Bedingungen im Einsatz. Bodo Schackow
Saalfeld.

Wegen eines wieder aufgeflammten Waldbrandes am Bleiloch-Stausee in Südostthüringen hat der Saale-Orla-Kreis am Dienstag den Katastrophenfall ausgerufen. Der Brand an einem Steilhang bei Saaldorf habe inzwischen ein Waldgebiet von rund 13 Hektar erfasst und sei bislang nicht in den Griff zu bekommen, teilte das Landratsamt mit.

Zur Begründung hieß es, es würden dringend Einsatzkräfte von außerhalb des Kreises benötigt. Die in der Region verfügbaren Feuerwehrleute seien wegen der langen Einsatzzeit teilweise erschöpft. Der Katastrophenstab im Landratsamt rechnet damit, dass die Löscharbeiten die Nacht hindurch dauern. Menschen sind laut Landratsamt nicht in Gefahr.

Feuer galt eigentlich als schon gelöscht

Das Feuer an dem aufgestauten See der Saale war erstmals am Ostersonntag auf 2000 Quadratmeter Fläche ausgebrochen und am Montagnachmittag zunächst gelöscht gewesen.

Ein Katastrophenfall werde aber auch ausgerufen, wenn Sachwerte bedroht seien oder eine zentrale Koordinierung der Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und anderen Hilfsorganisationen erforderlich ist, so die Kreisverwaltung. Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen der Häuser geschlossen zu halten. Über dem bei Wassersportlern und Camping-Freunden beliebten Stausee stand nach Angaben der Feuerwehr eine weithin sichtbare Rauchwolke.

Über 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Im Einsatz sind rund 120 Angehörige von Feuerwehren aus 12 Orten des Kreises. Sie werden von Kameraden aus Töpen, Lichtenberg und Selb im benachbarten Oberfranken unterstützt. Die Löscharbeiten bei windigem Wetter gestalten sich laut Katastrophenstab im Landratsamt wegen der Hanglage äußerst schwierig. Auch das Technische Hilfswerk sei angefordert worden, sagte eine Sprecherin des Katastrophenstabs.

Auch die Kriminalpolizei beschäftigt der Brand, sie ermittelt in alle Richtungen. Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion Saalfeld am Dienstag. Nach Polizeiangaben hatten Zeugen kurz vor Ausbruch des Feuers ein knallartiges Geräusch gehört.

Auch in anderen Regionen Deutschlands gab es bedingt durch die Sonne und hohe Trockenheit in den vergangenen Tagen Wald- und Flächenbrände, die Waldbrandgefahr wird vieleorts als hoch eingestuft.

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