Straßenhändler im indischen Srinagar suchen den Schatten. Dort ist es um diese Jahreszeit heiß. Wegen einer H
Straßenhändler im indischen Srinagar suchen den Schatten. Dort ist es um diese Jahreszeit heiß. Wegen einer Hitzewelle dort wirft Dominik Jung vom Wetterdienst Qmet dem ZDF-Diplommeteorologen Özden Terli schlechte Recherche vor. Tauseff Mustafa
Hitze in Indien

Wetter-Experte wirft ZDF-Wetterbericht Klima-Hysterie vor

Schürt der öffentlich-rechtliche Sender Angst vor dem Klimawandel? Der Meteorologe eines privaten Wetterdienstes wirft dem ZDF zumindest schlechte Recherche vor.
Mainz

Zwischen dem privaten Wetterdienst Qmet und dem ZDF ist es zum Streit über Aussagen im Wetterbericht gekommen. Anlass sind die Ausführungen des ZDF-Diplommeteorologen Özden Terli im Wetterbericht nach dem Heute-Journal am Dienstagabend. Darin hatte Terli die aktuelle Hitzewelle in Indien und Pakistan mit Höchsttemperaturen von bis zu 47 Grad thematisiert.

„Da muss man sich schon wundern, wie schlecht recherchiert wird oder in der Schule aufgepasst wurde“, sagt Terlis Kollege Dominik Jung vom Wetterdienst Qmet. Besonders die verallgemeinernde Aussage des ZDF-Wettermanns, wonach im Zuge der „Klimakrise“ diese Hitzewellen bereits im Frühjahr zunehmen würden und normalerweise so eine Hitze erst im Sommer zu erwarten sei, hat Jungs ungewöhnlichen Widerspruch hervorgerufen.

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„Bärendienst durch schlecht recherchierte Beiträge”

In Indien liege die heißeste Zeit des Jahres im April und Mai, betonte Jung. Dort sei quasi in diesen Monaten Sommer. „Ein einfacher Blick auf diverse Klimadiagramme aus Indien hätte das auch dem Wettermoderator des ZDF klar gemacht“, findet er. Stattdessen werde die gesamte Situation als „ungewöhnlich“ dargestellt. „Es gibt den Klimawandel, keine Frage, aber mit solchen schlecht recherchierten Beiträgen erweist man dem Thema einen Bärendienst“, urteilt der Meteorologe. Transparenz sehe anders aus.

Das ZDF räumte auf Anfrage ein, dass die Bezeichnung „Frühsommer“ besser gewesen wäre. Hitzewellen würden eigentlich erst ab Juni/Juli vor Einsetzen des Monsuns erreicht.

Ein Blick in die Klimatabellen des Deutschen Wetterdienstes bestätigt eher die Angaben Jungs. Beispiel Neu-Dehli: Dort wird für die Monate von April bis Juni mit Höchsttemperaturen von 43,2 bis 45 Grad Celsius die wärmste Zeit des Jahres am Standort dokumentiert. Danach sinken die Temperaturen, verbunden mit starkem Monsunregen.

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Kommentare (1)

Die Graphik, die gezeigt wurde, könnte man missverstehen. Denn der hitzige, dunkelrote Bereich der Karte erstreckte sich von Indien über China bis in den Norden Ostsibiriens. Letztlich war die Karte so aufgebaut, die jahreszeitlich höhere mittlere Temperatur der letzten Jahre abzubilden. Das hingegen sollte man in einem Kurzwetterbericht nicht einbringen, wenn man dies nicht erklärt, zudem man noch wissenschaftlichen Unsinn nebenbei vorträgt. Man kann es versuchen und meist wirkt solch Propaganda, denn die nachfolgende Kritik hierzu kommt nicht bei vielen Zuschauern an, weil das ZDF in nachfolgenden Heute Journal dies nicht berichtigt.