BLOCKIERTE STRAßEN, UMGESTÜRZTE BÄUME

Feuerwehr kämpft mit den Folgen des Dauerregens

Tief "Alfred" brachte Dauerregen und ließ die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg nicht zur Ruhe kommen. Eine Bilanz.
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Claudia Malangré Claudia Malangré
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Nadine Schuldt Nadine Schuldt
In Wolgast brach ein Ast ab und fiel auf einen Pkw - verletzt wurde niemand.
In Wolgast brach ein Ast ab und fiel auf einen Pkw - verletzt wurde niemand. Tilo Wallrodt
In Burg Stargard musste die Feuerwehr am Dienstag eine Straße sperren, ein Ast drohte abzubrechen.
In Burg Stargard musste die Feuerwehr am Dienstag eine Straße sperren, ein Ast drohte abzubrechen. Felix Gadewolz
Auf der A20 ist es am Dienstag zum mehreren Aquaplaning-Unfällen gekommen.
Auf der A20 ist es am Dienstag zum mehreren Aquaplaning-Unfällen gekommen. Felix Gadewolz
Weil das Abwassersystem versagte, wurde der Garten eines Ducherowers stark überflutet.
Weil das Abwassersystem versagte, wurde der Garten eines Ducherowers stark überflutet. Claudia Malangré
In Templin stürzte ein schwerer Ast auf die Straße. Vorsorglich sägte die Feuerwehr weitere Äste der Kastanie ab.
In Templin stürzte ein schwerer Ast auf die Straße. Vorsorglich sägte die Feuerwehr weitere Äste der Kastanie ab. Horst Skoupy
Der Fluss die Innerste in Hildesheim hat in der Nacht zu Mittwoch einen Rekordpegel erreicht, die Evakuierung eines Wohngebietes droht.
Der Fluss die Innerste in Hildesheim hat in der Nacht zu Mittwoch einen Rekordpegel erreicht, die Evakuierung eines Wohngebietes droht. Silas Stein
Der Dauerregen hat im südlichen Niedersachsen auf Straßen, Feldern und auch in einigen Orten zu Überschwemmungen geführt.
Der Dauerregen hat im südlichen Niedersachsen auf Straßen, Feldern und auch in einigen Orten zu Überschwemmungen geführt. Peter Steffen
Neubrandenburg.

Tief „Alfred“ hat einigen Orten in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb von 24 Stunden soviel Regen beschert, wie sonst durchschnittlich in einem ganzen Monat fällt. „Spitzenreiter war Rattey an der Mecklenburgischen Seenplatte mit 79,3 Liter pro Quadratmeter“, sagte Uwe Ulbrich vom privaten Wetterdienst Meteomedia am Mittwoch auf Hiddensee. Danach folgten von Dienstagmorgen bis Mittwochmorgen Penkun und die Insel Usedom in Vorpommern mit etwa 60 Litern sowie Kargow im Müritz-Nationalpark mit 58 Litern.

Inzwischen sei "Alfred" aber weiter nach Polen gezogen. An der Müritz waren am Mittag viele Flächen abgetrocknet. Für die nächsten Tage sagte Ulbrich wechselhaftes, aber freundlicheres Wetter voraus. Wo die Sonne scheine, können es auch 23 Grad und mehr werden.

Zwischen Pasewalk und Stettin stieß am Mittwochmittag ein Zug gegen einen Baum, der aufgrund der anhaltenden Regenfälle umgefallen war. Überschwemmungen haben dafür gesorgt, dass die Straße zur Herzinsel bis auf Weiteres gesperrt wurde.

Wetterdienst rief höchste Warnstufe aus

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor heftigem und lang anhaltendem Regen in Mecklenburg-Vorpommern gewarnt. Die Meteorologen veröffentlichten am Dienstagabend entsprechende Hinweise und riefen die höchste Warnstufe aus. Es könne extrem ergiebigen Dauerregen geben, hieß es. Bäche und Flüsse könnten deshalb über die Ufer treten. Außerdem könnten Straßen überflutet werden.

Der viele Regen blieb nicht ohne Folgen. In Mecklenburg-Vorpommern gab es Aquaplaning-Unfälle auf der A20. Laut Deutschem Wetterdienst sind bis Dienstagabend in MV bereits 10 bis 35 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, in der Ueckermünder Heide sogar 45.

In Brandenburg sollte Weidevieh wegen des drohenden Hochwassers auf sichere Flächen gebracht werden. Dauerregen machte auch der Berliner U-Bahn Probleme: Zwei Linien konnten am Dienstagmorgen streckenweise nicht fahren.

Zahlreiche Feuerwehr-Einsätze

Der Dauerregen hielt mehrere Feuerwehren aus Anklam und umliegenden Gemeinden auf Trab. Unter anderem musste in Bargischow an mehreren Stellen Wasser abgepumpt werden. Im Ducherower Neubaugebiet „An den Apfelblüten“ glich ein Kreisel eher einem Schwimmbecken. Neben Pump-Einsätzen mussten die Wehren in Vorpommern am Dienstag auch jede Menge abgebrochener Äste beseitigen, die auf den Straßen zu Verkehrsbehinderungen geführt hatten. Auch in Templin brach ein großer Ast ab und krachte auf die Straße, ebenso in Wolgast. Verletzt wurde dabei niemand.

Bei einem Autounfall auf der Insel Rügen sind am Dienstag zwei Urlauber aus Brandenburg lebensgefährlich verletzt worden. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte, war vermutlich ein missglücktes Überholmanöver die Ursache. Beim Dauerregen sei das Unfallauto ins Schleudern geraten. Der 28-jährige Fahrer und seine 29 Jahre alte Beifahrerin - beide aus dem Kreis Barnim - mussten aus dem Wrack herausgeschnitten werden und kamen in Krankenhäuser nach Greifswald und Stralsund.

In Greifswald stürzte vermutlich aufgrund starker Windböen ein Baugerüst um und beschädigte vier Autos. An drei Wagen entstand Totalschaden, die Polizei schätzte den Gesamtschaden auf etwa 76.000 Euro. Das Gerüst reichte bis zur sechsten Etage eines Mehrfamilienhauses. Verletzt wurde niemand. Südlich von Neustrelitz ist eine überschwemmte Kreisstraße zwischen Dabelow und dem Land Brandenburg für längere Zeit gesperrt worden.

Bäum beschädigt Zaun von Bärengehege

In Woldzegarten (zwischen Müritz und Plauer See) kippte am späten Dienstagabend ein Baum um. Durch den heftigen Regen war der Boden stark aufgeweicht, so dass die Wurzeln keinen Halt mehr hatten. Hinzu kam noch kräftiger Wind. Mittwochnacht ist auch im Bärenwald Müritz ein Baum umgestürzt. Er fiel auf eine Gehege-Begrenzung beschädigte dabei zwei Zäune.

Wie Sprecher mehrerer Feuerwehr-Leitstellen am Mittwoch erklärten, fielen bei aufgeweichten Böden in Westmecklenburg und vor allem im Süden des Landes mehrere Dutzend Bäume um. Sie konnten aber von Feuerwehren beseitigt werden. "Bei uns gibt es derzeit keine Behinderungen", sagten Sprecher in Stralsund und Neubrandenburg. In Hohenkirchen im Landkreis Nordwestmecklenburg wurde ein Campingplatz überschwemmt.

In mehreren Orten nahe des Kummerower Sees blieb am Mittwochmorgen der Strom weg. Ob dies aber tatsächlich mit dem regnerischen Wetter zu tun hat, werde erst noch geprüft.

Regentief bringt Ozeaneum Gästehoch

Unterdessen hat der Dauerregen dem Deutschen Meeresmuseum und dem Ozeaneum in Stralsund am Dienstag Rekordbesucherzahlen beschert. Mehr als 13.000 Menschen strömten in die beiden Museen, wie eine Sprecherin am Nachmittag sagte. Damit liege man über der Zahl am bestbesuchten Tag des vergangenen Jahres.

Auch die Spaß- und Freizeitbäder an der Mecklenburgischen Seenplatte verzeichneten Besucherrekorde. So kamen am Dienstag in die Thermalbäder in Röbel, Göhren-Lebbin und Güstrow so viele Besucher wie noch nie in diesem Sommer, wie Sprecher der Einrichtungen sagten.

Dieser Artikel wurde am Mittwoch mehrfach aktualisiert.

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