#besonderehelden

Wie die Menschen in der Zukunft auf das Corona-Jahr 2020 blicken

Diese Videos sehen aus wie eine Geschichts-Doku: Alte Menschen aus der Zukunft berichtet über ihre Jugend im Jahr 2020 – und wie sie damals zu Helden geworden sind.
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr 2020 und wie sie „damals” mit dem Lockdown klar gekommen sind. Bundesregierung
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr 2020 und wie sie „damals” mit dem Lockdown klar gekommen sind. Bundesregierung
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr 2020 und wie sie „damals” mit dem Lockdown klar gekommen sind. Bundesregierung
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr 2020 und wie sie „damals” mit dem Lockdown klar gekommen sind. Bundesregierung
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr 2020 und wie sie „damals” mit dem Lockdown klar gekommen sind. Bundesregierung
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr
In den Videos der Kampagne #besonderehelden berichten fiktive alte Menschen aus der Zukunft über ihre Zeit im Corona-Jahr 2020 und wie sie „damals” mit dem Lockdown klar gekommen sind. Bundesregierung
Neuland

Ach wie war das damals im Corona-Jahr 2020! In mit dramatischer Musik untermalten Videos erzählen fiktive ältere Menschen aus einer fernen Zukunft, wie sie als junge Leute die zweite Welle „damals in diesem Corona-Winter 2020“ erlebt haben.

So hält ein Tobi Schneider aus Bochum seine Medaille in die Kamera. „Du bist ein Held” steht darauf, außerdem zeigt sie das Bild einer Couch. Dieses „Stück Blech” habe er im Winter 2020 erhalten, erzählt Tobi. „Plötzlich war ich ein Held, ein Idol, ein Musterbürger.” Niemand hätte ihm das zugetraut.

Tobi denkt an seine Zeit im Jahr 2020 und sagt: „Ich war ein Zocker ohne Ehrgeiz.” Seine Wohnung habe er nie verlassen und die ganze Zeit nur vor seinem Computer gehangen. „Bevor Corona ausbrach, war ich ohne Zweifel die faulste Socke, die je durchs Land geschlichen ist”, sagt Tobi in diesem Video, das wie eine Geschichts-Doku daher kommt. Im Gegensatz zu ihm habe sich die Welt dann aber plötzlich verändert. „Nichtstun war plötzlich ein Dienst an der Gemeinschaft, Faulheit konnte Leben retten!” Und darin war er Meister.

„Es war leicht, ein Held zu sein.”

Die ganze Zeit hing Tobi also vor seinem Computer herum und tat das, was er schon immer tat: Zocken. Die Zeit der Corona-Pandemie sei schwer gewesen, doch „es war leicht, ein Held zu sein”.

Seit Sonnabend hat die Bundesregierung bereits drei Videos mit dem „#besonderehelden” veröffentlicht, sie enden alle mit der Botschaft: „Werde auch du zum Helden und bleib zuhause. Zusammen gegen Corona.”

Die Kampagne richtet sich an junge Leute, den es im Lockdown bekanntlich besonders schwer fällt, auf Kontakte zu Gleichaltrigen zu verzichtet. Sei es auf Partys, im Kino oder bei anderen Freizeitaktivitäten. Die Videos sollen mit Humor eine Botschaft vermitteln: Wer Kontakte reduziert, der helfe im Kampf gegen das Corona-Virus. Stellt euch einfach vor, wir ihr in Zukunft auf diese Zeit zurück blicken werdet.

Plötzlich sind die Deutschen lustig

Pandemie mit Humor nehmen – das haben im Ausland nur wenige „den Deutschen” zugetraut. Etwa auf Twitter gab es viel Lob für die etwas andere Kampagne, mit der die Berliner Politik wohl auf einen viralen Hit hofft. Inzwischen gibt es auch eine Version mit englischen Untertiteln, die sich flugs im Netz verbreitete. Ein Journalist der Londoner „Financial Times”, Henry Mance, kommentierte auf Twitter: „Ich kann damit umgehen, dass die deutsche Antwort auf die Pandemie besser ist als unsere, aber ich glaube, ich kann nicht damit umgehen, dass sie lustiger ist.”

Es gibt aber auch Kritik: So wird bemängelt, dass nicht alle Menschen einfach zu Hause bleiben können. Ärzte, Paketboten oder Pflegekräfte müssten trotzdem weiter im Kontakt mit anderen Menschen arbeiten.

In den beiden ersten Videos der Kampagne geht es um ein „damals” junges Paar aus Chemnitz, das auf das Jahr 2020 zurück blickt. „Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles, woran wir glaubten“, sagt ein Mann, der als Anton Lehmann vorgestellt wird. „Und das Schicksal dieses Landes lag plötzlich in unseren Händen.“ Also hätten sie getan, was von ihnen erwartet worden sei: „Absolut gar nichts. Waren faul wie die Waschbären“, so der Mann. „Tage- und nächtelang blieben wir auf unserem Arsch zu Hause und kämpften gegen die Ausbreitung des Coronavirus.”

Seine damalige Freundin und jetzt offenbar Frau sitzt im zweiten Video neben ihm und erinnert sich ebenfalls. Sie hätten sich gerade kennen gelernt und seien „neugierig auf das Leben” gewesen. „Dann änderte sich plötzlich alles und das Land schaute auf uns junge Leute.” Also hätten sie sich an Herz gefasst und einfach nichts getan, erzählt Luise Lehmann. Und so seien sie zu Helden geworden. In ihren Händen hält sie ein Album, in dem alte Instagram-Postings stecken und ihre Schutzmaske.

Kritiker bemängeln die Wortwahl in den Videos als unangemessen. Rethorisch erinnere sie an einen Kriegseinsatz, wenn Formulierungen wie „gegen die Ausbreitung des Virus kämpfen”, „unsere Couch war die Front” und „unsere gedult war unsere Waffe” verwendet würden. So schreibt die Journalistin Anna Aridzanjan auf Twitter: „Es ist ein Segen und ein Privileg, nicht diese Wut und Verzweiflung zu spüren, die ich und ca. 80.000 andere deutsch-armenische Menschen spüren – und dann auch noch so etwas zu sehen kriegen.” Sie spielt auf den Bergkarabachkonflikt im Kaukasus an.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neuland

zur Homepage