Gegen Corona-Restriktionen

„Wir sind das Volk”-Demo in Berlin

Erklärtermaßen aus Sorge ums Grundgesetz sind am Samstag mehrere Hundert Menschen zu einer Demonstration zusammengekommen. Alles Spinner, meint die Hauptstadtpresse.
Die Angst um die Grundrechte war bei vielen Demonstranten größer als die vor dem Virus.
Die Angst um die Grundrechte war bei vielen Demonstranten größer als die vor dem Virus. camcop media / Andreas Klug
Berlin

Bei bestem Frühlingswetter traf sich die Demo am Samstagnachmittag vor der Volksbühne in Berlin-Mitte. In der Menge: Aktivisten und Extremisten von links und rechts, Hardcore-Christen, Trump-Fans, selbsternannte Demokratie-Experten, Impfskeptiker und so weiter. „Corona-Spinner”, wie es hinterher sinngemäß in vielen Berliner Medien hieß.

Grundrechte in Gefahr?

Die Gruppe einte unter anderem die Sorge um die Grundrechte, die nach Meinung der Teilnehmenden durch die Corona-Erlässe in ganz Deutschland (Reiseverbot, quasi Versammlungsverbot, Kontaktsperre) in unangemessen drastischer Art eingeschränkt werden. Wie schon bei der Kundgebung der aus der Psychiatrie entlassenen „Corona-Anwältin” Beate Bahner in Heidelberg hörte man auch auf dem Rosa-Luxemburg-Platz immer wieder lautstarke „Wir sind das Volk”-Sprechchöre. Auch „Grundgesetz, Grundgesetz!” wurde skandiert.

Einige Demonstranten, so wurde durch Schilder und Zwischenrufe klar („Bill, Gates noch?!” „Ermächtigungsgesetz 2020”) vermuten düstere Verstrickungen vor allem zwischen Politik und Pharmaindustrie hinter der weltweiten Corona-Krise (Stichwort Verschwörungstheorien). Andere fürchten die Errichtung eines Polizeistaates, wieder andere sind ob der massiven Einschränkungen durch die Pandemie wohl einfach nur so beunruhigt.

„Hygiene-Demo” findet jeden Samstag statt

Mit Hinweis auf das Infektionsschutzgesetz wurden die rund 400 Demonstranten von der Polizei vom Rosa-Luxemburg-Platz in kleinere Seitenstraßen gedrängt, schließlich wurde die Veranstaltung von den Beamten aufgelöst. Außer einer Festnahme und kleineren Rangeleien mit der Polizei blieb die Lage aber entspannt.

Das Virus selbst schien den Demonstranten mehrheitlich übrigens keine Sorgen zu bereiten, die Abstandsregeln wurden auf der Veranstaltung nahezu durchgehend nicht beachtet, die meisten kamen ohne Mundschutz. Zur sogenannten „Hygiene-Demo” hatte eine „Kommunikationsstelle demokratische Widerstand” bereits zum vierten Mal aufgerufen (immer samstags 15.30 Uhr). Von Woche zu Woche kommen mehr Teilnehmer, berichten Beobachter.

 

 

 

 

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