BEÄNGSTIGEND

Wolf verfolgt Frau extrem hartnäckig

Es war wie ein Albtraum: Das stattliche Tier umkreiste eine Spaziergängerin und ihren Hund minutenlang und kam gefährlich nah. Die Frau schrie, so laut sie konnte – mit mäßigem Erfolg.
Der Wolf kam immer näher.
Der Wolf kam immer näher. Firestarter844/YouTube
Er ließ sich nicht vertreiben.
Er ließ sich nicht vertreiben. Firestarter844/YouTube
Das Tier umkreiste die Frau.
Das Tier umkreiste die Frau. Firestarter844/YouTube
Das Ganze ging minutenlang.
Das Ganze ging minutenlang. Firestarter844/YouTube
Schreien nützte nicht besonders viel.
Schreien nützte nicht besonders viel. Firestarter844/YouTube
Der Wolf blieb hartnäckig.
Der Wolf blieb hartnäckig. Firestarter844/YouTube
Hamburg ·

Eine beängstigende Begegnung hatte jetzt eine Frau in der Nähe von Hamburg. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, ging sie mit ihrem Hund auf einem Feldweg spazieren, als sich plötzlich ein ausgewachsener Wolf näherte.

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Das stattliche Tier zeigte kaum Scheu und kam immer näher – ein Albtraum. In dem Bemühen, ihren Hund und sich selbst zu schützen, schrie die Frau den Wolf an – wieder und wieder, so laut sie konnte. Gleichzeitig versuchte sie, den bellenden Hund, wohl ein Labrador, zu beruhigen – und sie war sogar cool genug, das Ganze mit ihrem Handy zu filmen.

Sie schrie um Hilfe

Sie geriet nicht in Panik, lief nicht weg, doch die Angst war ihrer Stimme deutlich anzuhören. „Geh weg, geh weg, geh weg, geh! Maja, ist gut. Geh weg, geh weg!” Immer wieder, immer wieder. „Geh endlich weg, verdammte Scheiße!” Ihre Stimme überschlug sich. Der Hund bellte. Die Frau schrie mehrfach um Hilfe, doch sie blieb allein mit dem Hund und dem Wolf. Weit und breit keine Zivilisation.

+++ Das ist zu tun, wenn einem ein Wolf begegnet +++

Die Szene ging minutenlang, eine gefühlte Ewigkeit. Alle Beteiligten überlebten das gefährliche Intermezzo. Die Frau stellte das Video der Hamburger Morgenpost zur Verfügung.

Nach Auskunft von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die Frau genau richtig gehandelt. Sie hat den Wolf die ganze Zeit angesehen und angeschrien, ist nicht gerannt und hat ihren Hund dicht bei sich behalten. Dann würden Wölfe im Normalfall weglaufen, so Till Backhaus. Dieser nicht.

Immer wieder nähern sie sich Menschen

Er ist nicht der erste, der Menschen ungewöhnlich nah kommt. Seit Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht zu beunruhigenden Zusammentreffen zwischen Wölfen, Menschen oder Weidetieren kommt. In einem Wald bei Ueckermünde im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurde in diesem Jahr eine andere Frau mit Hund von gleich mehreren Wölfen umkreist. In Züsedom im selben Landkreis riss ein Wolf Schafe mitten im Dorf. In Niedersachsen wurden Wölfe mitten in Kleinstädten gefilmt. In Zarnekla bei Loitz spazierte eine Wölfin am helllichten Tag durchs Dorf.

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Aus Elster in Sachsen-Anhalt vermeldete die Bild-Zeitung am Montag „Wolfsalarm an der Sekundarschule”. Ein Rentner filmte das Tier. „Es kam über den Deich und lief dann die Straße entlang”, berichtete er der Bild. Der Wolf lief Richtung Schule. Das war gegen 7.15 Uhr. „Nur 45 Minuten später hätte er zum Unterrichtsbeginn jede Menge Kinder und Lehrer angetroffen”, so die Bild.

Wie Till Backhaus erklärte, haben die Wölfe wenig Interesse an Menschen. Zumeist seien es die Hunde, auf die die Wölfe neugierig sind. Sie würden Hunde als Spiel- oder Paarungsgefährten wahrnehmen, manchmal auch als Konkurrenten.

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Kommentare (24)

So ein Alptraum kann es nicht gewesen sein wenn noch Zeit für X Fotos war die jetzt womöglich in den sozialen Medien gepostet werden um sich ein paar Likes zu gönnen.

Alptraum-die Frau blieb cool und filmte sogar-gefährliches Intermezzo. Na was denn nun war es gefährlich oder nur ein cooles Zwischenspiel?

und wir werden die ersten menschlichen Opfer haben.
Natürlich wird dann von Wolfsliebhabern das Opfer als selber schuldig erklärt.

P.S. Backhaus sollte sich seinen unsinnigen Kommentar sparen und endlich abtreten. Er nervt nur noch.

... das ist unwahrscheinlich. Ich halte einen ernsten Vorfall auch nur für eine Zeitfrage. Meine Kinder dürfen daher nicht mehr allein in den Wald. Diese Selbstverständlichkeit ist weg. Trotzdem würde ich nicht soweit gehen dem Wolf sein Existenzrecht abzusprechen. Wir müssen unser Verhalten in der Natur wieder anpassen.

Der Wolf war wohl in gebührendem Abstand neugierig auf einen fast Artgenossen. Der aber war ja an der Leine einer hysterisch kreischenden Zweibeinerin.
Lernt man nicht als Hundeführer: kurze ruhig bestimmte Kommandos mit tiefer Stimme? Und bei Wolf: sich groß machen, wenn man hat, Arm mit Gegenstand in der Hand, hochhalten und ruhig rü[email protected], Blick zu Wolf, zurückziehen.
Eher sind doch durch Menschen auf scharf und Angriff dressierte Kampfhunde gefährlich.

oder "Mach dich vom Acker! (mänliche Wortwahl), wichitg ist Dominanz auszustrahlen, auch wen einem das Herz vermutlich in die Hose gerutscht ist vor Schreck

gut das es glimpflich ausging, hat die Frau gut gemacht, der Labrador whätte losgeleitn werden müssen, falls der Wolf zu nahegekommen wär, oder?

fordern anerkannte Jagdexperten schon seit langem, als Kompromiss-Lösung
nach dem Mao-Prinzip: bestrafe einen, erziehe hunderte.

P.S. Menschen sind keine Hunde (Abköömlinge von Wölfen in prähistorischer Zeit), auch wenn 99% der Bundesbürger eine Neigung zu Pawlow'schen Reflexen neigen. Stichwort: Dressur in so-called Mitarbeiter-Schulungen

... und der tote Wolf warnt dann seine Hunderten Artgenossen?

Aber tote Wölfe testen nicht mehr weiter aus, wie weit sie sich Menschen noch nähern können und können nie ausprobieren ob die zum Fressen taugen. Und noch viel wichtiger: Sie können ihren Artgenossen nicht mehr beibringen, dass man sich Menschen gefahrlos nähern kann.

Die Alternative zum Töten wäre das Vergrämen. So wie es uns von den Wolfsexperten versprochen wurde, falls sich doch mal einer von den angeblich unsichtbaren Wölfen, zu nahe an Menschen heranwagen würde, was ja angeblich sowieso nie passieren würde. Hat bei Kurti nicht funktioniert und noch bei keinem anderen Wolf. Jeden Spaziergänger mit Pumpgun und Gummischrot bewaffnen, um bei jeder Gelegenheit um sich zu schießen, würde funktionieren, die Kollateralschäden wären aber nur in der Wildnis hinnehmbar, die wir leider nicht haben. Bei jedem verhaltensauffälligen Wolf ein teuer bezahltes schwedisches Spezialteam in den wald zu schicken funktioniert auch nicht.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/niedersachsen-wolf-kurti-laesst-sich-nicht-verschrecken-a-1081230.html

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/schleswig-holstein-genehmigt-abschuss-von-wolf-a-1250965.html

Was haben uns diese Wolfsexperten alles versprochen: Wölfe sind extrem Scheu, interessieren sich überhaupt nicht für Menschen. Niemand wird je einen Wolf zu Gesicht bekommen, weil die schneller flüchten, wie man (Mensch) sie überhaupt war nehmen kann.

Und wovon sind jetzt die Zeitungen voll? Überall Nahbegegnungen mit Menschen. Nicht nur auf einsamen Feldwegen in der wildnis, sondern immer öfter sogar in Städten. Und das, wo wir doch angeblich (laut BfN) nur 150 Wölfe in Deutschland haben. Was soll erst werden, wenn der gesättigte Wolfsbestand (laut BfN 14.000 Wölfe möglich) erreicht ist, der sich dann endlich von selbst reguliert?

Kleiner Tip: Heute sind alle Wölfe wohlgenährt und keiner leidet irgendwie an Hunger. Wenn der selbstregulierende Maximalbestand erreicht ist, haben die wirklich Hunger und nutzen jede Gelegenheit was fressbares zwischen die Zähne zu bekommen...

Und was zeigt uns dieser Wölf? Noch Stufe 5, oder schon die 6?

https://www.bi-mensch-wolf-tier.com/Wann-werden-W.oe.lfe-gef.ae.hrlich-f.ue.r-die-Menschen-f-.htm

https://www.az-online.de/uelzen/stadt-uelzen/nicht-heiterem-himmel-8790902.html

Niemand möchte Ratten und Mäuse im Haus haben. Deshalb dürfen sie getötet werden.
Aber ein großes Raubtier, das übrigens nicht zu den bedrohten Arten gehört (UICN: least concern), soll sich in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft ausbreiten und große Schäden verursachen. Weidehaltung wird es bald nicht mehr geben, weil ein wirksamer Schutz nicht möglich oder unbezahlbar ist. Das soll man erst mal verstehen.

ohne Hüte- und Herdenschutzhunde lief keine Weidenhaltung... Aber jetzt bei der Kommerzhaltung zählt nur "minimaler" Aufwand (Kosten und Zeit) gleich hohe Erträge...

Als alter Schäfer kann ich Ihnen versichern, dass es in deutschen Landen niemals Herdenschutzhunde gab. Schäfer, die ausschließlich von ihren Schafen leben konnten, gab es erst, nachdem die Wölfe aus Deutschland verschwunden waren. Wenn Sie Gegendarstellungen haben, wäre ich sehr daran interessiert. Ich lerne immer noch gerne dazu.

Wie Schafhaltung im speziellen und landwirtschaftliche Tierhaltung im allgemeinen, MIT Anwesenheit von Wölfen in Deutschland praktiziert wurde, entnehmen Sie bitte den Geschichtsbüchern und Museen.

Hunger hatten damals jedenfalls nicht nur die Wölfe...

Es hat schon seine Gründe, dass es Herdenschutzhunde fast nur in menschenleeren Gebieten gab und gibt. Sie sind nämlich selbst eine nicht zu unterschätze Gefahr für Menschen, die sich ihren Schafen zu nahe kommen.

Der Mensch betreibt Massentierhaltung, Zuchtanlagen und kommerziellen Fischfang um unseren Konsum zu befriedigen.
Nicht die Wildiere müssen uns Menschen verstehen, sondern wir Menschen müssen die Wildiere in der Natur verstehen um uns zu schützen. Aber wir Menschen verstehen uns selbst nicht. Töten aus Gier, Macht, Unterdrücken, Sucht usw. ...
Naja, das mit dem Wolf, ist wie mit dem Hai...
Wie viel Tierarten hat der Mensch auf seinem Gewissen?
Wenn wir Menschen langsam die Natur nicht respektieren, dann haben wir das Leben auf der Erde nicht verdient.
Und noch was... Der Mars ist und bleibt für uns Mensch unbewohnbar.

Was hat Massentierhaltung, Zuchtanlagen und kommerziellen Fischfang um unseren Konsum zu befriedigen, mit übergriffigen Wölfen zu tun?

Alle Experten bescheinigen der Frau, dass sie alles richtig gemacht hätte.

Und was hätte die Frau denn, Ihrer Meinung nach, machen sollen? Mit dem Wolf kuscheln?

Was sagt Ihnen Ihr Verständnis um Wildtiere in der Natur, zum Umgang von Menschen mit scheulosen Wölfen in der Kulturlandschaft?

Die Tierart Wolf, hat der Mensch jedenfalls nicht auf dem Gewissen. Früher nicht, heute nicht und in Zukunft erst recht nicht. Nicht mal gefährden konnte er die Tierart Wolf.

Wenn Sie scheinbar meinen, dass "wir Menschen" das Leben auf der Erde nicht verdient hätten, was schlußfolgern Sie daraus?

Werden Sie doch mal konkret. Und labern Sie uns nicht mit Ihrem allgemeinen Weltschmerz und Hass auf die Meschheit zu! Was sollen wir Menschen denn tun, um uns zu retten. Noch mehr Wölfe und alle Menschen in Reservate einsperren?

Die Szene erinnert mehr an den Film "Der mit dem Wolf tanzt". Nur hat die Frau nicht begriffen, das der Wolf nur Neugierig auf ihren Vierbeiner ist. Ihr Vierbeiner hat übrigens kein Mux gesagt. Was so viel heisst, die beiden wollten sich mal kennen lernen.

Die Szene erinnert überhaupt nicht an den Film "Der mit dem Wolf tanzt". Denn die Frau hat weder Revolver, noch Henrystutzen, oder Sharpsrifle, als letzte Sicherheit dabei gehabt. Ein wolftrainiertes Pferd, um notfalls schnell flüchten zu können, hatte sie auch nicht unterm Hintern. Und ganz und gar nicht, hat sie die Nähe zum Wolf gesucht, oder ihn mit Leckerlies mühsam tagelang angelockt.

Hier noch mal ein paar hochemotionalisierende Ausschnitte, um direkt die Situationen vergleichen zu können:

https://www.youtube.com/watch?v=RVXHFIkpZuM
https://www.youtube.com/watch?v=ahW9jOS0-pY

Irgendwie kommt mir der Hollywood-Wolf wesentlich scheuer vor, wie der Deutsche. Übrigens betreibt der Costner da strafbare Handlungen, wenn er vorsätzlich einen Wolf anfüttert.

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Wenn die Wolfsfreunde jetzt schon Kevin Costner in fiktiven Filmscenen (in den unendlichen Weiten der Prärien des mittleren Westens, vor 200 Jahren) bemühen müssen, um real auftretende Problemwölfe (im dicht bevölkerten Deutschland von heute) schön zu quatschen, läuft in deren Hirnen gewaltig was schief.

Wer behaupten kann, dass der Hund der Frau keinen Mux gesagt hätte, leidet offensichtlich unter völligem Realtätsverlust.
Im Handyideo kann man sehen, dass ihr Vierbeiner mehrmals extremm losgekläfft und an der Leine gezerrt hat. Was bedeutet, dass er auf den Wolf losgegangen wäre, wenn er gekonnt hätte. Und zwar nicht zum spielen. Das kann man natürlich auch unter "kennen lernen wollen" einordnen.

...der arme Hund, wer wohl nun den größeren Hörschaden hat?

Seriöser Journalismus zeichnet sich u.a. durch eine neutrale Berichterstattung aus. Dazu gehört sicherlich nicht das Zurschaustellen eines Videos mit dem Wort "Wolfsangriff" im Titel, in dem kein Wolfsangriff stattfand, und es sah auch nicht danach aus, als wäre damit zu rechnen gewesen. Der Wolf war neugierig ohne Anzeichen von Aggression, der Hund ebenfalls, die Frau hingegen nicht etwa "cool", sondern schlichtweg hysterisch.

"Beängstigend" als Teil der Überschrift war durchaus passend gewählt. Bei dem Gekreische könnte dem einen oder anderen leicht ganz Angst und Bange werden. Ich würde das Video deshalb sicherheitshalber mit einem Warnhinweis versehen.

in all den Kommentaren - außer denen des Schäfers -dass sie hinter dem warmen Ofen verfasst wurden und daher fernab der Realität.
Ich wünsche all den oberschlauen Wolfskuschlern möglichst viele schöne und intensive Begegnungen mit ihrem Liebling.
Vielleicht setzt dann der Verstand wieder ein...

Die meisten Wolfsfreunde sind wahrscheinlich urbane Naturromantiker, die die Natur nur aus dem Fernsehen kennen.
Wollen wir hoffen dass der Verstand nicht erst wieder einsetzt wenn es zu den ersten Angriffe auf Menschen kommt.

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel:
Der Wolf (Canis lupus L. 1758)
Stellungnahme zum Umgang mit dieser Tierart
in der Kulturlandschaft Deutschlands

@SuKri: Was haben Sie dagegen, dass sich jeder Interessierte das Video anschauen kann? Zerstört das Ihre Pippi-Langstrumpf-Welt?

Zu neutraler Berichterstattung gehört nun mal, das Objekt um das es geht (hier das Video) zu zeigen. Dann kann der Leser sich ein eigenes Bild über den Sachverhalt machen und die Glaubwürdigkeit der Diskusionspartener, bzw. das Handeln oder Nichthandeln der Verantwortlichen (Wolfsmanager, die Kosequenzen daraus ziehen müßten) kritisch hinterfragen.

Ohne das Video gesehen zu haben, würden viel mehr Leute den Wolfsverherrlichern glauben, die da behaupten, dass der Hund der Frau keine Anzeichen von Agressionen, oder gar keine Mux von sich gegeben hätte.

Wenn Sie hier behaupten, dass kein Wolfsangriff statt gefunden hat, haben Sie wohl recht. Dass liegt sehr warscheinlich am "Rumgeschrei" der Frau. Hoffentlich kann sie auch in Zukunft ihre Anonymität bewaren, so wie im Internet der Wolfsmob über sie herfällt. Dass Sie behaupten, dass es nicht danach ausgesehn hätte, dass mit einem Angriff zu rechnen gewesen wäre, zeugt nur von Ihrer gefährlichen Naivität, oder schlichter Unwissenheit.

Hier zwei Beispiele, wie es zugeht, wenn Wölfe (zunächst) friedlich mit Hunden Kontakt suchen:

https://www.youtube.com/watch?v=PkvGGA1X1t8
https://www.youtube.com/watch?v=2PBl5DFdGN0

Bin ja gespannt, wieviel Eskalationsstufen und die Wolfslobbyisten noch aufzwingen können und wie sie sich bei den ersten Menschenopfern rausreden werden. Ich nehme an, die vorgefertigten Presseerklärungen liegen schon bereit zum vorlesen.

"(...) und sie war sogar cool genug, das Ganze mit ihrem Handy zu filmen. (...) Die Frau schrie mehrfach um Hilfe, doch sie blieb allein mit dem Hund und dem Wolf. Weit und breit keine Zivilisation."

Meines Wissens nach ist so ein Smartphone nicht nur zum Filmen geeignet, sondern hat auch eine Telefonfunktion. Alternativ hätte die Frau - hätte sie ihre Lage als so bedrohlich eingeschätzt - also auch telefonisch bei der Polizei, der Feuerwehr, Freunden, Bekannten oder dem nächsten Landwirt um Hilfe bitten können. Schrill um Hilfe zu rufen, während sie vehement fortlaufend ihr Filmchen dreht, erschien ihr wohl die geeignetere Alternative - warum auch immer, und der Schelm denkt sich seinen Teil.

Das Wolfsrudel von Wietzendorf ist seit 2015 - also seit nunmehr sechs Jahren - in und um Wietzendorf bekannt; nicht zuletzt, weil es vor einigen Jahren durch Appetit auf leicht zugängliches Kalbfleisch erreicht hat, dass Rinderhalter im Umkreis von 30km wolfsabweisende Zäune vom Land Niedersachsen bezahlt bekommen.

Einen Wolf des Wietzendorfer Rudels mal zu treffen, kommt daher ungefähr so überraschend wie jährlich Weihnachten. Filme solcher Begegnungen gibt es zuhauf; wie immer trollt sich das Tier, nachdem es die Situation eingeschätzt hat.

Diesen Film einzigartig macht allein die außergewöhnlich schrille Stimme der Frau, die einer harmlosen Wolfssichtung eines neugierigen Jungtiers erst die Dramatik mit dem gewissen Etwas verleiht. Untermalt mit schöner Musik statt schrillem Geschrei wäre eine gänzlich andere Stimmung entstanden.

Der Redakteurin des Nordkurier gefällt das; sie schreibt: "Nach Auskunft von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die Frau genau richtig gehandelt. Sie hat den Wolf die ganze Zeit angesehen und angeschrien, ist nicht gerannt und hat ihren Hund dicht bei sich behalten. Dann würden Wölfe im Normalfall weglaufen, so Till Backhaus. Dieser nicht."

Werte Frau Böhm - ja, haben Sie den Film denn nicht bis zum Ende gesehen? Diser Wolf ist am Ende weggelaufen und wurde dabei von der immer noch filmenden und "Geeh weeg"-schreienden Frau sogar noch verfolgt. Wie können Sie, werte Frau Böhm, da behaupten, dass das Verscheuchen des Wolfes nur "mit mäßigem Erfolg" gelungen wäre?

Viele Journalisten kämpfen übrigens für den seriösen Ruf der Medien und eine sachliche und wertneutrale Berichterstattung. Fragen Sie dort doch gern mal nach.

@Senta Tangerstedt:
Was wollen Sie uns mit Ihrem Text sagen? Dass die Wolfsexperten und Wolfsbotschafter, die Jahrelang der Bevölkerung Lügenmärchen eingeredet haben, indem sie Wölfen eine genetisch angeborene Menschenscheu andichteten? Also niemals jemand einen Wolf in seiner Nähe sehen wird. Wo steht geschrieben, dass Spaziergänger in Wolfsgebieten mit solch aufdringlichen Wölfen zu rechnen haben? Wird nicht immer wieder behauptet, dass groß machen, laut rufen und Händeklatschen jeden Wolf vertreibt?

Schon merkwürdig, dass nachdem das Video an die Öffentlichkeit kommt, ganz andere Empfehlungen zum Verhalten in Wolfsgebieten postuliert werden:

https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/so-sollen-wir-uns-gegen-woelfe-wehren-2043219704.html

Sie, Senta Tangerstedt, können uns sicher erklären, was der Wolf da eigendlich von Frau und Hund wollte. Wollte er nur Spielen? Hat er um Leckerlies gebettelt? War er "nur" neugierig? Wenn: neugierg auf was?

Da Jungwolf, ist Partnersuche wohl auszuschließen. Konkurent ums Revier? Wohl auch.

Wenn ein Wolf, auf unbekannte mögliche Beutetiere (Hunde passen sehr wohl ins Beutespektrum) trifft, wird er diese sicher nicht frontal angreifen, sondern erst vorsichtig austesten, wieviel Gegenwehr zu erwarten ist und versuchen mögliche Schwachstellen zu finden. Da es hier ein einzelner Jungwolf war, ging die Sache noch glimpflich aus. Zumindest hat er gelernt: Hund/Mensch = ungefährlich, weil tut nicht weh. Was er in Zukunft aus dem Gelernten macht, bleibt abzuwarten. Er wächst ja noch, wird stärker, erfahrener und wird bald ein Rudel als Verstärkung um sich haben...

Die immer wieder vorgeschobene Ausrede der "Wolfsexperten", dass so ein Wolf kein agressives Verhalten gezeigt hätte und die Begegnung deshalb als harmlos einzustufen wäre, ist an Ahnungslosigkeit, Naivität, oder gefährlicher Dummheit nicht zu überbieten. Kein Raubtier, dass auf Beute trifft, zeigt irgendeine Form von Agression. Sonst wär die Beute schon vor dem Fangen weg und das Raubtier lange verhungert. Vorgespieltes Desinteresse, oder Harmlosigkeit bringt den Jagderfolg, weil die Beute den Jäger dadurch viel dichter an sich heran läßt. Kann man in jeder Tierdoku sehen. Agressionen gibts nur gegenüber Artgenossen, oder größeren/stärkeren (Fress-)Feinden.

Woher haben Sie die Gewissheit, dass die Frau nicht versucht hat Hilfe per Telefon zu bekommen? Gabs da überhaupt ein verfügbares Telefonnetz? Was meinen Sie, wie erfolgreich, so ein Anruf bei Polizei, Feuerwehr, oder Freunden verlaufen wäre? Haben Sie schon mal einen Notruf an eine Notrufnummer absetzen müssen? Wie lange hätte es wohl gedauert die Rettungskräfte an den Ort des Geschehens zu lotsen? Wie, wohin lotsen? Durchsagen der GPS-Kordinaten? Die Nummer des nächstgelegenen Landwirts hatte sie ganz sicher im Telefon gespeichert.

Da ich scheinbar kein Schelm bin, kann ich mir meinen Teil nicht denken. Aber Sie können uns sicher verraten, warum sie "fortlaufend ihr Filmchen dreht", wenn es ihr nicht darum ging, dass zu dokumentieren, was ihr später niemand (vor allem die Wolfsexperten nicht) glauben würde.

Der Wolf im Video ist nicht weggelaufen. Es sei denn, sie kennen ein längeres Video, in dem das zu sehen wäre. In dem hier geziegten, wechselt er nur die Feldwegseite, was auch ein Umkreisen bedeuten könnte.

Sie hat den Wolf auch nicht verfolgt, oder ist weiter in seine Richtung gegangen. Es ist wohl anzunehmen, dass sie weiter in Richtung ihres irgendwo abgestellten Autos gegangen ist.

Nur mäßigen Erfolg hatte das Verscheuchen deshalb, weil es erst nach mehreren Minuten erfolgreich war und der Wolf sich zwischendurch immer wieder auf wenige Meter angenähert hat. Ein Sachverhalt den Sie, ohne dieses Beweisvideo, bis aufs letzte Abgestritten hätten.

Noch mal danke, an die unbekannte Frau, dass sie so lange mitgefilmt hat.