CORONAVIRUS

Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt deutlich

Auch in den Krankenhäusern macht sich der Anstieg der Corona-Infektionen nun bemerkbar. Derzeit machen Covid-19-Patienten allerdings nur einen Bruchteil der Fälle auf den Intensivstationen aus.
In fast allen Bundesländern stehen rund 30 Prozent der Intensivbetten leer. In Berlin, wo die Corona-Infektionen seit ein
In fast allen Bundesländern stehen rund 30 Prozent der Intensivbetten leer. In Berlin, wo die Corona-Infektionen seit einigen Wochen deutlich ansteigen, sind es allerdings nur noch etwa 15 Prozent. Kay Nietfeld
Neubrandenburg ·

Auf den Intensivstationen in Deutschland steigt die Zahl der Covid-19-Patienten seit wenigen Tagen spürbar an. Täglich werden im sogenannten Intensivregister aktuelle Zahlen zur Belegung der Betten veröffentlicht. Von den bisherigen Maximalwerten Mitte April sind die Krankenhäuser aber – zumindest im Schnitt – noch weit entfernt.

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Anstieg um 50 Prozent in einer Woche

Damals wurden zeitgleich etwa 2850 Patienten wegen der Folgen einer Corona-Infektion auf Intensivstationen behandelt. Am Mittwoch waren es knapp 950. Davon musste knapp die Hälfte künstlich beatmet werden. Ein deutlicher Trend ist in den vergangenen Tagen allerdings zu erkennen. Innerhalb einer Woche ist die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen um rund 50 Prozent gestiegen.

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Allerdings machen diese Fälle nur einen geringen Anteil aus: Im Schnitt werden 95 Prozent der Intensivpatienten aus anderen Gründen behandelt. Nur in einzelnen Landkreisen in der Eifel und in Bayern ist die Quote der Patienten mit Covid-19-Erkrankung deutlich höher. Hier ist es teilweise jeder vierte Patient auf den Intensivstationen.

Tausende Betten stehen frei

Der Anstieg der vergangenen Tage bringt die Intensivkapazitäten noch nicht ins Wanken. Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) stehen aktuell rund 8500 freie Intensivbetten in Deutschland zur Verfügung – das sind knapp 30 Prozent der Gesamtkapazität. Binnen sieben Tagen könnten die außerdem um rund 12.500 Betten erweitert werden – jedenfalls technisch. Einige Experten zweifeln allerdings daran, dass für so viele Plätze ausreichend Fachpersonal zur Verfügung steht.

Wie ist die Lage in MV?

Bislang relativ entspannt. Auch hier sind noch knapp 30 Prozent der ständigen Intensivkapazitäten frei. Von aktuell mehr als 550 Intensivpatienten im Land werden nur sechs wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Entsprechend melden fast alle Krankenhäuser freie Kapazitäten für weitere Corona-Patienten. Einzig aus dem Demminer Krankenhaus liegen keine Angaben dazu vor. Dort hieß es zuletzt, Corona-Patienten sollten zunächst nach Möglichkeit in Neubrandenburg behandelt werden. Man sei aber darauf vorbereitet, auch im Demminer Krankenhaus kurzfristig wieder entsprechende Stationen einzurichten.

Achtung – statistische Falle

Die veröffentlichten Zahlen basieren auf Meldungen fast aller deutschen Krankenhäuser, die im öffentlichen Auftrag arbeiten. Allerdings meldet erfahrungsgemäß nicht jedes Haus immer pünktlich. Es kann also zu leichten Verzerrungen kommen.

Aus den Belegungszahlen ist auch nicht direkt erkennbar, wie viele Covid-19-Patienten als genesen entlassen oder am jeweiligen Tag neu aufgenommen wurden. Es geht vor allem darum, zu zeigen wie viele Intensivbetten frei und wie viele belegt sind.

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Kommentare (1)

Es ist sehr zu bedauern, dass sowohl das RKI als auch das DIVI-Intensivregister Patienten, die einen positiven SARS-CoV-2-PCR-Test haben, selbst dann als Covid-19-Erkrankte registriert, wenn diese keine Covid-19-Diagnose haben. So können wir leider keine Zahlen darüber bekommen, wie viele Personen, die stationär in deutschen Krankenhäusern und auf deutschen Intensivstationen liegen, zwar einen positiven SARS-CoV-2-Test haben, aber gar nicht an Covid-19 erkrankt sind.
Die offiziellen Stellen sind auch nach Monaten der "Pandemie" nicht gewillt, zwischen positivem -CoV-2-PCR-Test ohne Covid-19-Diagnose und positivem SARS-CoV-2-Test mit Covid-19-Diagnose zu unterscheiden.
Dabei würden uns diese Zahlen doch brennend interessieren, um entscheiden zu können, wie gefährlich oder harmlos SARS-CoV-2 ist. Ein Daten-Fiasko.