TRANSGENDER

Zebrastreifen nicht mehr schwarz-weiß

Schwarz-weiß-Denken ist schon länger verpönt. Eine niederländische Stadt schmückt sich jetzt auch mit einem bunten Transgender-Zebrastreifen.
Natalie Meinert Natalie Meinert
Stadt-Politiker Jerzy Soetekouw (links) bei der Einweihung des Trans-Zebrastreifens in Almere in den Niederlande.
Stadt-Politiker Jerzy Soetekouw (links) bei der Einweihung des Trans-Zebrastreifens in Almere in den Niederlande. Screenshot Twitter @JerzySoetekouw
Almere.

Rosa, blau und weiß leuchtet der Streifen und sieht so gar nicht mehr nach Zebra aus. Doch einer kleinen Stadt in den Niederlanden ist Toleranz wichtiger als Tradition: In Almere ist am 2. November ein Transgender-Zebrastreifen eröffnet worden.

Die Farben sind angelehnt an die 1999 entworfene Transgender-Symbolflagge. Bei der steht Blau für Männlich-, Rosa für Weiblich-Geborene. Weiß symbolisiert alle anderen Menschen, unter anderem auch Trans-Personen.

Das Fußgängerübergang wurde bei dem Winter Pride Walk der Stadt enthüllt. Dort feierten queere Menschen, deren Unterstützer und Kinder fröhlich die Einweihung. Die Stadt bei Amsterdam will so ein Zeichen dafür setzen, dass alle Menschen in der Stadt „in allen Aspekten des Lebens” sie selbst sein zu dürfen.

Zebrastreifen für Heteros?

Seit einigen Jahren hat Almere bereits einen symbolischen Regenbogen-Zebrastreifen für queere Menschen.

In den sozialen Medien stieß das neue bunte Symbol auf viele positive Reaktionen, aber auch auf kritische Stimmen.„Wenn das so ist, will ich einen neuen Zebrastreifen für Heterosexuelle”, schrieb ein Facebook-User unter dem Beitrag der Gemeinde Almere. Und verwechselte dabei offenbar Geschlechtsidentität mit Sexualität.

Sozialdemokrat Jerzy Soetekouw vom Stadtrat schrieb auf Twitter: „Die Freiheit, du selbst zu sein, dich in jeden zu verlieben, den du willst? In Almere ist es möglich!”

Erster Trans-Übergang europaweit

Ob eine gelungene PR-Aktion oder ein aufrichtig gemeintes Symbol, die Idee ist nicht neu. Solche Transgender-Übergänge gab es bereits im kanadischen Calgary oder in Washington, New York und Chicago in den USA. Den Zebrastreifen in Calgary haben Vandalen erst im August mit dem Wort „lost” (zu deutsch „verloren”) beschmiert.

Europaweit ist der in Almere jedoch der erste. Benutzen dürfen die inklusiven Zebrastreifen in der Stadt natürlich alle – egal, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen und wen sie lieben.

Auch in der Mecklenburgischen Seenplatte fordern queere Gruppen mehr Toleranz für sexuelle Orientierung und Identität.

 

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