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Bau-Unternehmer fühlt sich von der Justiz ausgebremst

VonJörg SpreemannNach Zoff mit seinem Geschäftspartner stellt ein Stavenhagener Betrugsanzeige, um seine Ansprüche vor Gericht durchsetzen zu ...

VonJörg Spreemann

Nach Zoff mit seinem Geschäftspartner stellt ein Stavenhagener Betrugsanzeige, um seine Ansprüche vor Gericht durchsetzen zu können.

Neubrandenburg.„Die Luft brennt“, sagt Ingo Oestreich. Den ehemaligen Bau-Unternehmer, der in der Nähe von Stavenhagen beheimatet ist, plagen Geldsorgen. Er habe bereits Hartz-IV beantragen müssen und kämpfe darum, nicht in die Insolvenz gehen zu müssen. Nach seinen Angaben haben ihn nicht eigene Fehler in finanzielle Turbulenzen gerissen, sondern sein ehemaliger Geschäftspartner, der ihm rund 14000 Euro schuldig geblieben sei und sich weigere, zu zahlen.
Mitte Oktober hat
Oestreich Anzeige wegen
Betrugs gestellt und spricht von Wirtschaftskriminalität. Jetzt steht Aussage gegen Aussage, denn sein einstiger Geschäftspartner sieht die Forderungen als unbegründet an. Die strittige Summe stamme aus erledigten Bauaufträgen in Neubrandenburg, Kühlungsborn oder Demmin, so der Unternehmer, der sich jetzt auf Bürodienstleistungen zurückgezogen hat. Oestreich ist klar, dass er seine Ansprüche vor Gericht durchsetzen muss. „Ich will nur eines, und das ist mein Geld. Es muss aber schnell gehen“, drängelt er. „Die Ermittlungen wurden von Anfang an behindert. Ich weiß aber nicht, von wem.“ Die lange Zeitdauer des Verfahrens stehe im Widerspruch zur Eigenwerbung der Landesjustiz, eine bürgerfreundliche Behörde zu sein. Nach einer Akteneinsicht habe ihn die Staatsanwaltschaft vertröstet und von Überlastung gesprochen. Dabei habe er eindeutige Belege vorgelegt.
Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg kann nichts „Ungewöhnliches“ an dem Fall entdecken. „Es muss geklärt werden, welche Pflichten wem gegenüber bestehen. Das erweist sich als kompliziert“, erläutert Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Deswegen seien weiterführende Ermittlungen notwendig geworden, die jetzt von der zuständigen Polizei in Malchin erledigt werden müssten. Letztlich stehe die Staatsanwaltschaft vor der Entscheidung, Anklage zu erheben oder das Verfahren einzustellen. „Wir setzen nur dann auf die öffentliche Klage, wenn eine Verurteilung als höchstwahrscheinlich eingeschätzt werden kann“, erklärt der Oberstaatsanwalt.