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Bei Touristinformationen nur selten Schul-Englisch gefragt

Dicht bedrängt vor allem in den Sommermonaten ist das Haus des Gastes in der Warener Altstadt. Den Service hier nutzen auch immer mehr ausländische Gäste. [KT_CREDIT] FOTO: Petra Konermann

VonThomas BeigangVon der Müritz in die Fremde und „Fremde“ an der Müritz. Wir stellen Menschen vor, die ausgewandert sind und solche, die hier ...

VonThomas Beigang

Von der Müritz in die Fremde und „Fremde“ an der Müritz. Wir stellen Menschen vor, die ausgewandert sind und solche, die hier angekommen sind. Und ob man hier Fremdsprachen benötigt.

röbel.Peter Drews, der Chef im Haus des Gastes in Röbel, kann sich noch gut an eine kuriose Geschichte erinnern. „Eines Tages erschien bei uns ein polnischer Gast, der etwas von uns wissen wollte. Wir verstanden ihn nicht und er verstand uns nicht. Denn des Englischen war er nicht mächtig.“ Schade – denn Drews und sein Kollege Carsten Thorun können sich nach eigener Einschätzung ganz gut auf Englisch verständigen. Nutzte aber nichts in dem Fall. Drews wusste sich dennoch zu helfen: Die Großmutter einer Kollegin sprach polnisch, eigenhändig hat die junge Frau den polnischen Gast dann zu der Oma gefahren. „Bei uns in Röbel wird Service eben groß geschrieben“, freut sich Peter Drews.
Ansonsten kommt man aber in den Tourist-Informationen der Müritzregion mit Englisch ganz gut über die Runden. Wenn das auch nicht allzu oft gefragt ist. „Höchstens zehn Prozent“, schätzt Katrin Müller aus der Malchower Tourismuszentrale die Zahl der Besucher, die sich mit fremder Zunge verständlich machen. „Meist reichen unsere Fremdsprachenkenntnisse aus“, so die Fachfrau, die extra, um ihre Kenntnisse aus der Schule aufzufrischen, sich vor Jahren schon eine dreiwöchige Sprachreise nach England gegönnt hat.
Die Mitarbeiter aus dem Haus des Gastes in Waren lassen dagegen Englisch regelmäßig zu sich kommen. Seit Jahr und Tag schon erbitten sich die Tourismus-Fachleute im Winter, wenn nicht alle Hände voll zu tun sind, die Hilfe einer erfahrenen Englisch-Lehrerin. Brigitte Steinborn, die sonst Auszubildende in der Berufsschule in der Fremdsprache unterrichtet, erteilt „Auffrischungslektionen“ im Haus des Gastes. Und das, so die Chefin Karin Schröder, sei immer wieder von großem Wert.
Denn im Gegensatz zu früher seien Englischkenntnisse an manchen Tagen in Waren doch drei oder vier Mal gefragt. „Das ist zwar immer noch nicht die ganz große Masse“, schätzt Karin Schröder ein, „aber es wird von Jahr zu Jahr mehr“.
Dennoch ist die Zahl der Deutschen, die die schönste Zeit des Jahres an der Seenplatte und an der Müritz verbringen, immer noch weit höher als die der Ausländer. Und unter denen liegen Skandinavier und Niederländer an der Spitze.

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beigang@nordkurier.de