Unsere Themenseiten

:

Bei X-Games legen die Freigeister los

Bruno Hoffmann nahm im BMX Street Finale der X Games in Los Angeles in den USA teil. [KT_CREDIT] FOTO: Matt Morning

VonMichael BrehmeDas Trendsportevent hat schon viele Stars hervorgebracht. Im Juni starten sie in München.Barcelona.Sie pfeifen auf Termine und Zeitpläne ...

VonMichael Brehme

Das Trendsportevent hat schon viele Stars hervorgebracht. Im Juni starten sie in München.

Barcelona.Sie pfeifen auf Termine und Zeitpläne – die Stars der X-Games verteidigen ihre Unabhängigkeit und Eigenständigkeit mit harten Bandagen. Als der Brasilianer Bob Burnquist, einer der weltbesten Skateboarder, auf der Eröffnungspressekonferenz beim europäischen Trendsporthighlight in Barcelona irgendwann keine Lust mehr hatte, stand er einfach auf, nuschelte ein kurzes „Gehe jetzt trainieren“ und ließ den Rest verdutzt zurück. Die Freigeister sind los – das ist X-Games-Maxime. „Das ist der große Unterschied zu den Olympischen Spielen: Bei uns gibt es nur eine Regel – und die heißt: Hab' Spaß“, sagt Burnquists Mitstreiter Ryan Sheckler.
Der US-Amerikaner ist eine typische X-Games-Erfolgsfigur: Groß geworden in einem Sport, der keine Aussichten auf einen Olympia-Startplatz hat, in dem das große Geldverdienen eigentlich nicht drin ist. Und doch hat sich Sheckler durchgesetzt, ist bekanntgeworden in weiten Teilen Nordamerikas. Mit 18 Monaten stand er erstmals auf dem Skateboard, mit 13 Jahren wurde er jüngster Goldmedaillengewinner der X-Games-Geschichte - und die „Olympischen Spiele des Trendsports“ existieren inzwischen immerhin auch schon seit 18 Jahren. Am Donnerstag fuhr sich der 23 Jahre alte Kalifornier in Barcelona für sein Skateboardfinale in der Disziplin Street ein. Im Vordergrund stehen da Sprünge über Geländer und Treppen, es geht Rampen runter und bergauf. Als er dran ist, nimmt Sheckler sein Skateboard, jagt über eine Klippe, legt sich hin, steht wieder auf, lacht – weiter geht's. Stürze gehören im Skateboardsport dazu – so wie der alternative Kleidungsstil, den jeder verinnerlicht hat: Basecaps, viel zu lange Shirts und garantiert ausgefranste Hosen. Noch bis zum Sonntag mischt Sheckler die Skateboardszene bei den ersten europäischen Sommer-X-Games in Barcelona auf, danach will er seine Künste auch bei der ersten Auflage in München vom 27. bis 30. Juni vollführen. Genau wie weitere waghalsige Athleten, die zumindest in Nordamerika, schon mit anderen echten Sportgrößen auf einem Level stehen. Neben Sheckler und Burnquist gehört dazu allen voran auch Travis Pastrana, mit elf X-Games-Goldmedaillen ist der Amerikaner einer der erfolgreichsten Teilnehmer aus knapp zwei Jahrzehnten überhaupt. Der 29-Jährige war früher Motocrosser, inzwischen probiert er sich im Rallyecar. „Mich macht einfach an, dass du vorher nie weißt, ob ein Trick auch funktioniert“, sagt er.