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Die schwierige Sache mit den Zahlen

Eine Schülerin der zweiten Klasse rechnet mit einem Abakus. Foto: Daniel Reinhardt
Eine Schülerin der zweiten Klasse rechnet mit einem Abakus. Foto: Daniel Reinhardt
Daniel Reinhardt

Mit Mathe wollen viele Menschen nichts zu tun haben. Sie sind froh, wenn sie nach der Schule nichts mehr damit zu tun haben. Aber eigentlich braucht man Mathematik auch als Erwachsener - und sei es nur, um Diagramme in der Zeitung zu verstehen.

Mathematik nennen viele Schüler nicht gerade als ihr Lieblingsfach. Warum fällt das Rechnen vielen schwer? Über das Lehren und Lernen von Mathematik sprach Birgitta von Gyldenfeldt mit Aiso Heinze vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel.

Das Mathelernen fällt vielen Kindern schwer. Woran liegt das?

So pauschal kann das nicht gesagt werden. Im Kindergarten und auch zu Beginn der Grundschulzeit sind die meisten Kinder begeistert von der Mathematik. Die Herausforderung beim Mathelernen liegt im kumulativen Aufbau dieser Disziplin, das heißt, Lücken im Wissen führen dazu, dass das Fundament für den weiteren Lernprozess unzureichend ist. Man muss also dran bleiben.

Was raten Sie Eltern, wenn die Kinder mit Unterrichtsstoff und Büchern nicht zurechtkommen?

Zunächst einmal: Man muss sich von dem Wunsch verabschieden, dass ein Lehrangebot – sei es im Unterricht oder als Lehrmaterial – für alle Situationen und alle Kinder geeignet ist. Die entscheidende Frage ist immer, warum Schüler nicht mit einem Unterrichtsinhalt zurechtkommen. Manche Schüler haben eine eingeschränkte oder gar keine inhaltliche Vorstellung von bereits erlernten mathematischen Begriffen und verwenden mathematische Regeln nach einem inhaltsleeren Schema.

Es scheint so, als ob es Kindern in anderen Ländern leichter fällt, sich mit Mathe zu beschäftigen. Können wir von anderen lernen?

Es ist sicherlich so, dass Mathematik in einigen Ländern ein ganz anderes Image hat. In unserer Gesellschaft dürfen ja Prominente oder gar Entscheidungsträger öffentlich zugeben, dass sie nichts von Mathematik verstehen.