Trotz der Dürre, konnte die Felder von Getreide und Raps abgeerntet werden.
Trotz der Dürre, konnte die Felder von Getreide und Raps abgeerntet werden. Peter Kneffel
Ernte 2022

Uckermark bleibt die Kornkammer Brandenburgs

Früher als sonst sind im Land die mit Getreide oder Raps bestellten Felder abgeerntet. Auch wenn angesichts der Dürre.
Potsdam

Brandenburgs Landwirte sind bei der diesjährigen Ernte von Getreide und Raps mit einem blauen Auge davon gekommen. „Viele Betriebe hatten angesichts der Dürre höhere Ausfälle befürchtet. Die kommen an anderer Stelle”, sagte Fabian Blöchl, Pflanzenbaureferent beim Landesbauernverband in Teltow. Das sehr trockene Erntejahr 2022 habe dafür gesorgt, dass die Ernte der Mähdruschfrüchte etwa zehn Tage eher als üblich abgeschlossen werden konnte. „Nach Abzug aller gestiegenen Kosten bleibt für die Betriebe aber nicht viel übrig”, schätzte er ein.

Das trockne Erntejahr hat ein früheres Ernten ermöglicht

Blöchl verweist auf die um mehr als das Dreifache gestiegenen Düngerpreise und die höheren Kosten für Energie, Diesel und Logistik. „Vor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse nicht berauschend. Mancher Betrieb könnte ins Schleudern kommen”, erklärte er. Zwar könnten die Betriebe in diesem Jahr für Getreide und Raps höhere Abgabepreise erzielen. Das Plus liege aber nicht in dem Bereich, um den gestiegenen Produktionsaufwand mehr als wettzumachen.

Uckermark verteidigt ihren Status als wichtige Anbauregion

Die Uckermark habe ihren Status als wichtigste Anbauregion Brandenburgs verteidigt, erklärte Blöchl. Rund ein Viertel des Weizens im Land werde im Nordosten geerntet. Mit 75,2 Dezitonnen je Hektar liege in diesem Jahr der Weizenertrag in der Uckermark über dem Landesdurchschnitt von 61 Dezitonnen. Bei Raps werden als Ertrag 35,9 Dezitonnen je Hektar für die Uckermark angegeben. das Landesmittel liegt bei 30,7 Dezitonnen.

Rückgang der Erträge ist festzustellen

„Eine durchschnittliche Ernte mit teils deutlichen regionalen Unterschieden”, bewertet Blöchl die bis Mitte August erzielten Ergebnisse. Laut Meldedaten des Bauernverbandes werden die niedrigsten Erträge auf sandigen Böden im Süden Brandenburgs eingebracht. Hier habe sich auch die Trockenheit am heftigsten ausgewirkt. Mit Ausnahme des Winterroggens liegen die aktuellen Erträge laut Statistik knapp über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Über alle Kulturen zeige sich in Brandenburg langfristig ein allmählicher Rückgang der Erträge. Das liege möglicherweise auch daran, dass weniger Dünger ausgebracht werde.

Das dicke Ende des Erntejahres 2022 zeichnet sich aus Sicht des Landesbauernverbandes schon deutlich ab. „Für den Silomais wird es extrem eng”, berichtet Blöchl. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Erträge bis zur Hälfte der mehrwöchigen Trockenheit zum Opfer gefallen seien. „Das wird für Tierhalter zu einem ernsten Problem, wenn auch noch knappes Futter teuer zugekauft werden müsse”, meint er. Der Bauernverband plane vor diesem Hintergrund, eine Futterbörse einzurichten.

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