Die Anliegerkommunen wollen die Gleisstrecke am liebsten erhalten, um die Chance auf eine Reaktivierung der Bahnstrecke Templi
Die Anliegerkommunen wollen die Gleisstrecke am liebsten erhalten, um die Chance auf eine Reaktivierung der Bahnstrecke Templin-Fürstenberg zu wahren. Sie wünschen sich dafür Unterstützung von der Landespolitik. Sigrid Werner
Verkehrsministerium

Kaum Chance für Wiedereröffnung von Bahnlinie

Gibt es ein Comeback der Bahnstrecke zwischen Templin und Fürstenberg? Die Bürgermeister der Städte haben eine Reaktivierung gefordert. Doch das Verkehrsministerium hält nichts davon.
Potsdam

Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) hält offenbar nichts von Wünschen nach einer Wiederbelebung der Bahnlinie zwischen Templin und Fürstenberg. Das geht aus einer Antwort des Potsdamer Verkehrsministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ der Uckermärker Landtagsabgeordneten Carla Kniestedt (Grüne) hervor, die dieser Zeitung vorliegt.

„Die gutachterliche Prüfung zur Reaktivierung von Strecken und Haltepunkten hat ergeben, dass die Strecke kein ausreichendes Potenzial für eine Reaktivierung aufweist“, heißt es darin. Und: „Das Land hat keine Möglichkeiten zur Trassensicherung.“ Dies wäre nur im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung möglich.

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Bemerkenswert: Trotz umfangreicher Berichterstattung, auch durch den Uckermark Kurier, erklärt das Ministerium lapidar, der Zustand der Bahnlinie, deren Schienen an einen Metallhändler verkauft wurden, sei „dem Land nicht bekannt“.

Und auf die Frage, ob das Land nicht die Strecke zwecks Erhalt der Trasse und einer möglichen späteren Reaktivierung kaufen könnte, antwortet Beermann: „Das Land Brandenburg betreibt keine Eisenbahninfrastrukturanlagen.“ Dies sei auch für die Zukunft nicht vorgesehen.

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Die Fragestellerin Kniestedt begrüßte indes, dass trotz des Abbaus der Strecke die Anliegerkommunen bereit seien, das zusammenhängende Grundstück zu sichern. „Am interessantesten finde ich in dem Zusammenhang die Antwort auf die letzte Frage in der Drucksache, die zeigt: Wo das Interesse und das Engagement vor Ort da ist, können unsere Kommunen etwas für den Erhalt und die Reaktivierung der alten Bahnstrecken erreichen.“

Denn dort hatte Beermann darauf verwiesen, dass die Anliegergemeinden der Bahnlinie Neustadt (Dosse) – Neuruppin (West) im Gutachten zu den Streckenreaktivierungen einen Fehler fanden, und eine Neubewertung der Bahnlinie erreichten.

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