CORONAVIRUS

Sollen jetzt alle Kinder in der Schule Maske tragen?

In Brandenburg wird kontrovers über eine grundsätzliche Maskenpflicht in Schulen gestritten. Den Stein ins Rollen hat ein Bildungsdezernent aus dem Landkreis Uckermark gebracht.
Das Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Maskenpflicht im Unterricht ab einer Inzidenzzahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Ei
Das Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Maskenpflicht im Unterricht ab einer Inzidenzzahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche vor. © Anke Thomass / stock.adobe.com
Potsdam.

In Brandenburgs Schulen sollte eine generelle Maskenpflicht im Unterricht gelten. Das hat der Bildungsdezernent des Landkreises Uckermark, Henryk Wichmann (CDU), gefordert. Gegenüber dem Uckermark Kurier verwies Wichmann auf eine Empfehlung des Robert-Koch-Instituts: Es sieht die Maskenpflicht im Unterricht ab einer Inzidenzzahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche vor.

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„Da ist Brandenburg derzeit flächendeckend drüber“, sagt Wichmann. Er habe Sorge, dass der Schulunterricht irgendwann nicht mehr möglich ist, wenn die Schüler nicht durchgehend eine Maske tragen. Derzeit müssen in Brandenburg erst Schüler ab der 11. Klasse im Unterricht eine Maske tragen.

Maskenpflicht in Cottbus

Einen Schritt weiter ist man bereits in Cottbus: Hier hat der Oberbürgermeister mit Wirkung von 5. November per Allgemeinverfügung eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen und Horten angeordnet. Nur Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind davon befreit. „Ich habe Sorge, dass wir hier irgendwann einen Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen im Land haben“, sagt Wichmann. „Aber wenn sich das Land hier nicht bewegt, müssen wir uns eben vor Ort Gedanken machen.“

Und auch in Bayern gilt schon die Maskenpflicht an Schulen, eingeführt von einem Bildungsminister der Freien Wähler. Was BVB/Freie Wähler in Brandenburg davon halten? „Die Situation in Bayern ist derzeit erheblich drastischer als in Brandenburg“, betont der Fraktionsvorsitzende Peter Vida. Pro 100 000 Einwohner gebe es dort 261,8 Infizierte. In Brandenburg seien es 98,4.

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Britta Ernst: „Wir wollen die Schulen und Kitas offenhalten“

Eine Maskenpflicht in der Schule wäre aus Sicht der kleinsten Landtagsfraktion jedoch angeraten, wenn es an der Schule zuvor Verdachtsfälle gab. „Das Risiko der Weiterverbreitung könnte so vermindert werden“, sagt Vida. Und auch bei einer Inzidenz von mehr als 150 Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner plädierten die Freien Wähler für eine Maskenpflicht.

Anders ist es in Brandenburg. „Wir wollen die Schulen und Kitas offenhalten“, sagt Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Und damit das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung aber auch die sozialen Kontakte nicht zu sehr eingeschränkt werden, gilt in Schulen und Kitas der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht.“ Man habe in den „unteren Jahrgängen auf die Maskenpflicht im Unterricht verzichtet, weil wir denken, dass zum Einstieg in das Lernen die direkte, unmittelbare und nonverbale Kommunikation eine viel größere Rolle spielt als in den gymnasialen Oberstufen und Oberstufenzentren.“

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