LIEBEROSER HEIDE UND FINSTERWALDE

500 Leute kämpfen gegen Waldbrände in Brandenburg

Die Feuerwehr in Brandenburg kommt nicht zur Ruhe: Erst am Freitag beendete sie ihren Einsatz in der Lieberoser Heide. Und nun brennt es dort schon wieder in großer Ausdehnung.
dpa
Feuerwehrfahrzeuge stehen im Wald bei Byhlen.
Feuerwehrfahrzeuge stehen im Wald bei Byhlen. Julian Stähle
Etliche Feuerwehrmänner waren am Sonntag im Wald mit den Löscharbeiten beschäftigt.
Etliche Feuerwehrmänner waren am Sonntag im Wald mit den Löscharbeiten beschäftigt. Julian Stähle
Der Regen hat nicht ausgereicht, um das Waldbrandrisiko stark zu senken.
Der Regen hat nicht ausgereicht, um das Waldbrandrisiko stark zu senken. Julian Stähle
Gelöschte Brandstellen im Wald bei Byhlen.
Gelöschte Brandstellen im Wald bei Byhlen. Julian Stähle
Ein Hubschrauber nimmt vom Byhleguhrer See Wasser zum Löschen auf.
Ein Hubschrauber nimmt vom Byhleguhrer See Wasser zum Löschen auf. Julian Stähle
Finsterwalde.

Die Feuerwehr in Brandenburg kämpft weiter gegen zwei Waldbrände an: In der Lieberoser Heide (Landkreis Dahme Spreewald) hat sich das Feuer am Sonntag auf mehr als 80 Hektar ausgebreitet. Das teilte die Regionalleitstelle Lausitz mit. Am Samstagabend waren es noch 40 Hektar gewesen. Die Feuerwehr war mit 90 Mann und 24 Fahrzeugen im Einsatz. Die Bundespolizei unterstützte die Kräfte aus der Luft: Am Samstag und Sonntag war sie mit einem Löschhubschrauber im Einsatz, wie der Waldbrandschutzbeauftragte Brandenburgs, Raimund Engel, auf Nachfrage bestätigte.

Munition im Boden macht den Feuerwehrleuten die Arbeit in dem Gebiet südöstlich von Berlin schwer. Es besteht die Gefahr, dass diese explodiert. „Der Wind macht die Löscharbeiten nicht einfacher“, sagte eine Sprecherin der Leitstelle. Gefahr für Anwohner bestehe nicht.

Funkenflug der Bahn als Auslöser

Auch bei dem Brand an einer Bahnstrecke zwischen Finsterwalde und Falkenberg im Süden Brandenburgs erschwert Munition im Boden die Löscharbeiten. Dort waren mehr als 500 Feuerwehrleute im Einsatz. Ursache für den Brand sei wahrscheinlich Funkenflug von einem Zug gewesen. Die Flammen griffen teils auf Böschungen, Felder und Wald über. Am Sonntagnachmittag konnte nach Angaben des Landkreises Elbe-Elster die sogenannte Großschadenslage jedoch aufgehoben werden.

„Die Brände entlang der Bahnstrecke sind in allen Bereichen abgelöscht, so dass nur noch Nachlöscharbeiten notwendig sind“, sagte Dirk Gebhard, Dezernent des Landkreises für Recht, Ordnung und Landwirtschaft. 43 Hektar hatten gebrannt. Ein Polizeihubschrauber war zur Erkundung über das Gebiet geflogen. Auch eine Drohne war im Einsatz. Landwirtschaftsunternehmen halfen mit Wasserlieferfahrzeugen und Pflügen.

Mehrere Zugausfälle den ganzen Tag über

Auf der Strecke kam es zu Zugausfällen. Der Regionalexpress 10 von Cottbus nach Leipzig wurde über Senftenberg umgeleitet. Die Regionalbahn 43 zwischen Cottbus und Falkenberg hielt nicht in Calau, Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Zwischen Calau und Finsterwalde wurde Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Erst am Freitag hatte die Feuerwehr einen Einsatz in der Lieberoser Heide beendet. Über einen Zeitraum von knapp eineinhalb Wochen hatte ein Großbrand die Einsatzkräfte beschäftigt. Rund 100 Hektar Fläche brannten. Löschhubschrauber warfen nach Angaben der Bundespolizei 1069 Mal Wasser ab – das waren mehr als eine Million Liter Wasser.

Immerhin: Waldbrand-Risiko sinkt durch Regen etwas

Der Niederschlag am Wochenende mit punktuell bis zu zehn Litern pro Quadratmeter habe die akute Waldbrandgefahr etwas gebannt, hieß es beim Deutschen Wetterdienst (DWD). „Uns fehlt mehr Regen. Und das am besten über einige Tage“, sagte allerdings der Waldbrandschutzbeauftragte Engel der dpa.

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg ist am Wochenanfang laut DWD-Gefahrenindex in den meisten Landkreisen gering, vereinzelt herrscht mittleres Risiko. Gegen Ende der Woche soll die Waldbrandgefahr wieder steigen, am Donnerstag auf die mittlere Gefahrenstufe 3 von 5.

In Brandenburg haben seit Jahresbeginn ohne die derzeitigen Brände bereits mehr als 1000 Hektar Waldfläche gebrannt. Das entspricht ungefähr der Größe von 1400 Fußballfeldern. 285 Mal brannte es bereits in den Wäldern, wie das Umweltministerium mitteilte. Beim größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte im Land auf einem früheren Truppenübungsplatz bei Jüterbog brannten im Juni 744 Hektar.

+++ Bildergalerie: So rührend danken die Anwohner den Waldbrand-Helfern. +++

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