PETITION

Ärzte aus Stettin kämpfen für Anerkennung in Deutschland

Trotz des Ärztemangels ist es jungen Medizin-Absolventen aus Stettin nicht möglich, in Deutschland ihrem Beruf nachzugehen. Die jungen Ärzte sprechen von „Behördenwillkür”
Absolventen des ersten Asklepios-Studiengangs Medizin an der Stettiner Universität: Sie dürfen in Deutschland nicht
Absolventen des ersten Asklepios-Studiengangs Medizin an der Stettiner Universität: Sie dürfen in Deutschland nicht tätig werden, obwohl sie eigentlich alle Voraussetzungen erfüllen. Asklepios (Archiv)
Schwedt.

Der Streit um die Zulassung junger, in Stettin ausgebildeter Ärzte in Deutschland spitzt sich zu. Rund 20 Absolventen des so genannten „Asklepios-Studiengangs“ der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin haben zusammen mit der Bundesvertretung der „Deutschen Medizinistudierenden im Ausland“ e.V. eine Online-Petition an das Bundesgesundheitsministerium gerichtet. Unter der Überschrift „Endlich Arzt. Berufsverbot durch Behördenwillkür“ fordern sie eine Anerkennung ihres Medizinstudiums in Deutschland und die Approbation als Arzt.

Zulassung als Ärzte scheitert an bürokratischen Hrüden

Schon Anfang Januar hatte das Problem der Stettiner Ärzte, die unter anderem am Asklepios-Klinikum Uckermark ihr Praktisches Jahr absolviert haben, den Gesundheitsausschuss des Brandenburger Landtags beschäftigt. Seitdem laufen Verhandlungen, die unter anderem von Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und Ministerpräsident Dietmar Wodke (SPD) geführt werden. Auch die Templiner Landtagsabgeordnete Carla Kniestedt (Grüne) hat sich in die Angelegenheit eingeschaltet.

Wie der Nordkurier bereits mehrfach berichtete, ist eine Anerkennung eines im Ausland erworbenen Medizinstudiums nur möglich, wenn die Studierenden nachweisen, das Studium entsprechend der Studienordnung ihres Studienlandes vollständig absolviert zu haben. In Polen sind nach dem Praktischen Jahr aber noch ein zusätzliches Pflichtpraktikum und eine Prüfung in polnischem Recht erforderlich, die in Deutschland nicht verlangt werden. Da die Stettiner Absolventen beide nur in polnischer Sprache ablegbaren Studienleistungen nicht erbracht haben, werden sie in Deutschland nicht approbiert – auch wenn sie die hierzulande von Medizinstudenten geforderten fünf Studienjahre und ein Praktisches Jahr absolviert haben.

Brandenburgs Gesundheitsministerin will das Problem lösen – doch das ist schwer

„Ich bin der Meinung, wenn da fünf Jahre theoretisches Studium und ein Jahr praktisches Jahr vorliegen, dann sind das die gleichen Voraussetzungen, die in Deutschland für eine Vollapprobation benötigt werden“, hatte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher bereits am Rande der letzten Landtagssitzung dieser Zeitung gesagt. „Aber die Lösung ist leider nicht banal, weil das Europarecht sagt: Es gelten die Konditionen in dem Land, wo das Studium abgelegt wurde.“ Derzeit werde deswegen auf allen Kanälen verhandelt. Im Brandenburger Landtag soll das Schicksal der Stettiner Ärzte am 12. Februar erneut auf der Tagesordnung des Gesundheitsausschusses stehen.

„Wir drücken den jungen Menschen die Daumen, dass diese bürokratische Posse endlich ein Ende findet und sie auch in Deutschland als Ärzte arbeiten dürfen“, sagt Prof. Dr. Rüdiger Heicappell, Ärztlicher Direktor des Asklepios Klinikums Uckermark in Schwedt, der als Akademischer Koordinator mit der Universität Stettin zusammenarbeitet. Asklepios sehe die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge. Die Kooperation des Konzerns mit der Pommerschen Medizinischen Universität Stettin hatte zum Ziel, aus Deutschland stammenden ärztlichen Nachwuchs für den Einsatz in seinen Kliniken zu gewinnen, insbesondere für die Häuser in Brandenburg, in denen die Besetzung von Stellen ohnehin äußerst schwierig sei.

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