EUROPAWAHL

AfD in Brandenburg stärkste Kraft

Die SPD sackt bei der Europawahl in Brandenburg drastisch ab im Vergleich zu 2014. Die AfD legt zu und liegt nach Auszählung fast aller Stimmen vorn.
dpa
AfD-Landeschef Andreas Kalbitz ist begeistert: Seine Partei wurde bei der Europawahl in Brandenburg stärkste Kraft.
AfD-Landeschef Andreas Kalbitz ist begeistert: Seine Partei wurde bei der Europawahl in Brandenburg stärkste Kraft. Ralf Hirschberger
Potsdam ·

Die AfD ist bei der Europawahl in Brandenburg voraussichtlich stärkste Partei geworden und hat CDU und SPD überflügelt. Rund drei Monate vor der Landtagswahl erreichte sie nach Auszählung von rund 95 Prozent der Wahlbezirke am Sonntag 20,3 Prozent der Stimmen. Die SPD von Regierungschef Dietmar Woidke brach im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren regelrecht ein und kam mit 17,1 Prozent nur noch auf den dritten Platz.

Deutliche höhere Wahlbeteiligung in Brandenburg

Die CDU lag mit 18,0 Prozent auf dem zweiten Platz, die Linke kam auf 12,2 Prozent, die Grünen erreichten nach Angaben des Landeswahlleiters 12,1 Prozent, die FDP lag bei 4,4 Prozent. Auch in anderen ostdeutschen Ländern zeichneten sich deutliche Zugewinne für die AfD ab.

In Brandenburg war die Wahlbeteiligung zur Europawahl höher als vor fünf Jahren. Nach Auszählung von rund 95 Prozent der Wahlbezirke gaben 55,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, teilte der Landeswahlleiter mit. Im Jahr 2014 waren es insgesamt 46,7 Prozent. Rund zwei Millionen Menschen im Land waren zu den Wahlen aufgerufen. Im Land regieren SPD und Linke, am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt.

Woidke schiebt es auf Partei-Querelen

Ministerpräsident Woidke zeigte sich enttäuscht. „Das Ergebnis heute ist ein schlechtes Ergebnis für die SPD”, sagte der SPD-Landesvorsitzende in Potsdam. Interne Diskussionen um die Zukunft von Parteichefin Andrea Nahles als Fraktionschefin im Bundestag waren aus Sicht von Woidke schädlich. Das könnte auch ein Grund f+r das schlechte Abschneiden der SPD in Mecklenburg-Vorpommern sein. 

AfD-Landeschef Andreas Kalbitz freut sich nach eigenen Worten „mit ordentlichem Rückenwind” auf die Landtagswahl. „Wer unsere Heimat erhalten will, wählt die AfD”, erklärte Kalbitz in einer Mitteilung. In Mecklenburg-Vorpommern kam die AfD nicht auf Platz eins, legte aber dennoch erheblich zu.

CDU-Landeschef Ingo Senftleben zeigte sich trotz Einbußen grundsätzlich erfreut über das Abschneiden der Christdemokraten. „Es ist aber nicht das, was wir erhofft haben”, sagte Senftleben.

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