LANDTAGSWAHL

AfD ist großer Sieger in Brandenburg und Sachsen

Die AfD kann sich als Gewinner der beiden Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen fühlen. Platz Eins verfehlte die Partei aber wohl in beiden Bundesländern.
Frank Wilhelm Frank Wilhelm
dpa
Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz jubelte auf der Wahlparty in Werder. Seine Partei gewann die meisten Stimmen hinzu, verfehlte aber den ersten Platz.
Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz jubelte auf der Wahlparty in Werder. Seine Partei gewann die meisten Stimmen hinzu, verfehlte aber den ersten Platz. Gregor Fischer
Vizekanzler Olaf Scholz (l, SPD) und Klara Geywitz, SPD-Landtagsabgeordnete, verfolgen auf der SPD-Wahlparty in Potsdam die Bekanntgabe erster Ergebnisse zur Landtagswahl.
Vizekanzler Olaf Scholz (l, SPD) und Klara Geywitz, SPD-Landtagsabgeordnete, verfolgen auf der SPD-Wahlparty in Potsdam die Bekanntgabe erster Ergebnisse zur Landtagswahl. Kay Nietfeld
Bei den Linken in Brandenburg war das Entsetzen beim Eintreffen der ersten Prognosen groß.
Bei den Linken in Brandenburg war das Entsetzen beim Eintreffen der ersten Prognosen groß. Paul Zinken
Jubel bei der AfD in Dresden: Beatrix von Storch, Landeschef Jörg Urban und Bundeschef Jörg Meuthen (von links) hatten bei der Bekanntgabe erster Ergebnisse für Sachsen Grund zum Jubeln.
Jubel bei der AfD in Dresden: Beatrix von Storch, Landeschef Jörg Urban und Bundeschef Jörg Meuthen (von links) hatten bei der Bekanntgabe erster Ergebnisse für Sachsen Grund zum Jubeln. Michael Kappeler
Potsdam.

Auf der Zielgeraden des Wahlkampfes haben es die jeweiligen Regierungsparteien doch noch geschafft, die Alternative für Deutschland (AfD) in Brandenburg und Sachsen auf Platz 2 zu verweisen. Im Land Brandenburg bleibt die SPD ersten Prognosen der ARD zufolge mit 27,5 Prozent der Stimmen stärkste Kraft, obwohl sie Einbußen hinnehmen musste. Die AfD rangiert mit 22,5 Prozent der Stimmen auf Platz 2. Bei den vorherigen Wahlen im Jahr 2014 war die Partei auf 12,2 Prozent gekommen.

Der große Verlierer der Wahl im Land Brandenburg ist die CDU, die nur noch 15,5 Prozent der Bürger von ihrer Politik überzeugen konnte. Vor fünf Jahren waren die Christdemokraten mit 23,0 Prozent noch zweitstärkste Kraft in Brandenburg geworden. Die FDP und die Freien Wähler müssen mit jeweils rund 5 Prozent um den Einzug ins Parlament bangen. Nach dem jetzigen Stand könnte es in Brandenburg zu einer Koalition von SPD, Grünen und Linken reichen.

ARD-Prognose 18 Uhr

  • SPD: 27,5 Prozent
  • AfD: 22,5 Prozent
  • CDU: 15,5 Prozent
  • Linke: 11,0 Prozent
  • Grüne: 10,0 Prozent
  • BVB/Freie Wähler: 5,0 Prozent
  • FDP: 4,8 Prozent
  • Sonstige: 3,7 Prozent

Sachsen: CDU über 30 Prozent

Auch in Sachsen hat die CDU stark eingebüßt, konnte die AfD aber auf der Zielgeraden noch abfangen, nachdem die Alternative zeitweise gleichauf mit den Christdemokraten lag. Die CDU liegt bei 32 Prozent, die AfD bei 27,5 Prozent. Im Jahr 2014 hatten 9,7 Prozent ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Für die SPD geht es in Sachsen weiter steil bergab. Die Sozialdemokraten kamen nur noch auf 8 Prozent (2014: 12,4 Prozent), womit sie immerhin nicht an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert wärden.

Auch die Linken in Sachsen erlitten starke Einbußen und landeten nur noch bei 10Prozent, die Grünen steigerten sich auf 9 Prozent. Nach dem jetzigen Stand könnte es zu einer Koalition von CDU, SPD und Grünen kommen.

ARD-Prognose 18 Uhr

  • CDU: 32,0 Prozent
  • AfD: 27,5 Prozent
  • Linke: 10,5 Prozent
  • Grüne: 9,0 Prozent
  • SPD: 8,0 Prozent
  • FDP: 4,8 Prozent
  • Freie Wähler: 3,0 Prozent
  • Andere: 5,2 Prozent

Achtung! Alle Zahlen sind Prognosen des Instituts infratest dimap für die ARD – die Zahlen können sich in den kommenden Stunden noch ändern.

CDU-Mann Haselhoff für Kenia-Bündnis in Sachsen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat sich für ein sogenanntes Kenia-Bündnis aus CDU, SPD und Grünen in Sachsen ausgesprochen. „Es gibt eine staatspolitische Verantwortung, jetzt müssen die Parteien in der Mitte zusammenrücken“, sagte er am Sonntag nach ersten Prognosen im ZDF. Er gehe davon aus, dass die drei Parteien nun schnell in Verhandlungen zur Regierungsbildung eintreten. Haseloff regiert in derselben Konstellation in Sachsen-Anhalt.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) habe den Auftrag zur Regierungsbildung. Die schwarz-rote Koalition in Berlin müsse jetzt liefern, fügte Haseloff hinzu. Er warnte die SPD davor, dieses Bündnis nun in Frage zu stellen. In der ARD sagte Haseloff, Bundes- und Landespolitiker seien gemeinsam in den Wahlkampf gezogen und hätten den Menschen klare Visionen aufgezeigt. „Jetzt muss das erfüllt werden. Das heißt, es ist auch eine Herausforderung an die große Koalition hier in Berlin, zu liefern und das umzusetzen, was den Menschen gesagt wurde.“

Die CDU sei froh, dass die AfD klar in die Schranken gewiesen worden sei. Die AfD sei zwar stark, aber nicht stärkste Kraft geworden. Es sei ein gutes Zeichen, dass Kretschmer „so deutlich davongekommen ist“. Darauf könne er aufbauen, wenn er nun eine Regierung bilden werde. In Brandenburg sei offensichtlich auch auf jene gesetzt habe, die in der Regierung seien, um die AfD zu verhindern.

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