VOR LANDTAGSWAHL

AfD liegt in Brandenburg laut Umfrage vorn

Eine aktuelle Meinungsumfrage sieht die AfD als stärkste politische Kraft im Land Brandenburg. Dahinter rangieren drei Parteien mit etwa gleich hohen Prozentzahlen. Ein ganz anderes Bild würde aber eine Direktwahl des Ministerpräsidenten bieten.
Benjamin Lassiwe Benjamin Lassiwe
Am 1. September wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Aktuelle Umfragen lassen ein spannendes Rennen erwarten.
Am 1. September wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Aktuelle Umfragen lassen ein spannendes Rennen erwarten. Patrick Pleul
Potsdam.

Im Land Brandenburg ist die Alternative für Deutschland (AfD) derzeit stärkste politische Kraft: Wenn am kommenden Sonntag der Landtag gewählt würde, käme die rechte Partei auf 21 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das ergab eine neue Meinungsumfrage von Infratest dimap im Auftrag der RBB-Sender „Brandenburg aktuell” und „Antenne Brandenburg” (hier nachzulesen). Die derzeit regierende SPD käme auf 18 Prozent, und läge damit erstmals bei einer Brandenburger Landtagswahl unter der 20-Prozent-Marke.

Schwierige Regierungsbildung zu erwarten

CDU und Grüne würden gleichauf bei 17 Prozent landen. Die Linken kämen auf 14 Prozent. Mit fünf Prozent wäre die FDP wieder im Landtag vertreten, während die Brandenburgischen Vereinigten Bürgerbewegungen und die Freien Wähler mit vier Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde.

 

 

Damit wäre in Brandenburg weiter keine zwei-Parteien-Koalition möglich. Rechnerisch denkbar wäre nur eine Koalition aus SPD, CDU und Grünen. Ein rot-rot-grünes Bündnis würde lediglich 49 Prozent der Stimmen erhalten: Ob es dafür eine Mehrheit der Mandate gäbe, hinge von der Frage ab, ob FDP und Freie Wähler in den Landtag einziehen Im April hatte die SPD in einer Umfrage noch auf dem ersten Platz gelegen.

Infrastruktur als größtes Problem benannt

Die Umfrage befasste sich auch mit der Frage, welche Probleme die Brandenburger für besonders wichtig halten: Demnach wünschen sich 25 Prozent der Befragten bessere Straßen, Krankenhäuser oder einen schnelleren Internetzugang. An zweiter Stelle rangieren Fragen von Bildung, Schule und Ausbildung mit 22 Prozent, das Thema Umweltschutz und Klimawandel landet auf Platz drei.

Die größte umweltpolitische Kompetenz sehen die Befragten bei den Grünen. In der Bildungspolitik hat die SPD einen leichten Kompetenzvorsprung vor CDU und Linken. Die Bekämpfung von Kriminalität und Verbrechen sehen 26 Prozent der Befragten bei der CDU am besten aufgehoben, hinter ihr liegen die AfD und die SPD.

CDU-Spitzenkandidat deutlich hinter SPD-Amtsinhaber

Ein Desaster für den CDU-Herausforderer Ingo Senftleben sind die Werte bei der Frage, für wen die Brandenburger im Fall einer Direktwahl des Ministerpräsidenten stimmen würden: Dabei kommt SPD-Amtsinhaber Dietmar Woidke auf 48 Prozent, Senftleben kann dagegen nur mit 11 Prozent rechnen. Selbst bei den CDU-Anhängern hat SPD-Mann Woidke mehr Rückhalt (42 Prozent) als der eigene Kandidat (37 Prozent). Für den CDU-Landesparteitag am Samstag in Potsdam gibt das wohl jede Menge Diskussionsstoff.

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