:

Alfa-Partei bangt um Teilnahme an Parlamentswahl

Der Alfa-Bundesvorsitzende Bernd Lucke
Der Alfa-Bundesvorsitzende Bernd Lucke
Uwe Anspach

Bernd Lucke hat mit seiner neuen Partei viel vor, erhält bislang aber wenig Zuspruch. Nun ist ein wichtiges Ziel in Gefahr.

Ein Jahr nach der Abspaltung von der AfD kämpft die Allianz für Fortschritt und Aufbau (Alfa) in Berlin noch um genügend Unterstützer-Unterschriften für die Abgeordnetenhauswahl.

Um an der Wahl am 18. September teilnehmen zu dürfen, müssen neue Parteien bis zum 12. Juli 2200 Unterschriften von Wahlberechtigten sammeln. Jeder Berliner darf allerdings nur auf der Landesliste einer Partei unterschreiben – Mehrfachunterzeichner werden nicht gezählt.

Der Berliner Alfa-Landesverband hatte sich im Oktober 2015 gegründet. Seitdem sei die Zahl der Mitglieder auf knapp unter 100 gewachsen, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Ernst von Randow. Viele seien mit Bernd Lucke aus der AfD ausgetreten und hätten sich direkt bei Gründung der Alfa-Partei angeschlossen. „Mittlerweile ist aber rund die Hälfte unserer Mitglieder nie in der AfD gewesen“, sagte Randow.

Wahlergebnisse sorgen für Ernüchterung

AfD-Mitbegründer Bernd Lucke – ein Vertreter des wirtschaftsliberalen Flügels – war im Juli 2015 als Parteivorsitzender abgewählt worden. Anschließend trat er aus der AfD aus und übernahm für ein Jahr den Vorsitz der neu gegründeten Partei Alfa.

Die Wahlergebnisse seien seitdem eher ernüchternd gewesen, räumte von Randow ein. Alfa habe derzeit kein Thema, „das den Leuten erkennbar auf den Nägeln brennt“. Anders als die AfD wollten sie jedoch die Flüchtlingspolitik nicht zum Aufreger machen. „Und das Euro-Thema merkt keiner im Alltag.“

Themen-Schwerpunkte im eigenen Wahlkampf wolle die Partei auf innere Sicherheit, die Integration der Flüchtlinge, öffentliche Geldverschwendung sowie Bildung legen.