ANDRANG IM PFLEGEHEIM

Alle wollen zu Oma – und die Polizei muss schlichten

Nachdem in Brandenburg die Corona-Maßnahmen gelockert wurden, war der Andrang von Besuchern in den Pflegeheimen groß. Stellenweise musste sogar die Polizei gerufen werden. Die Betreiben rügen die Landesregierung für ihre „Hau-Ruck-Aktion”.
Besuch in einem Pflegeheim (Symbolbild)
Besuch in einem Pflegeheim (Symbolbild) Jonas Güttler
Potsdam.

Zum Schutz ihrer Bewohner vor besuchswilligen Angehörigen mussten einzelne Brandenburger Pflegeheime am vergangenen Wochenende die Polizei rufen. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung von Arbeiter-Samariter-Bund und Arbeiterwohlfahrt hervor, die sich zugleich über die Art und Weise beklagten, in der die Brandenburger Landesregierung die jüngsten Lockerungen von Besuchsregeln verkündete.

Die Lockerungen der Maßhnahmen zur Eindämmung des Coronavirus seien erst am Freitag um 17 Uhr auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben worden, seien aber bereits am Samstag um 9 Uhr in Kraft getreten. „Die Art und Weise, wie hier Träger und Verbände quasi über die Presse mit einer kurzfristigen Umstellung konfrontiert worden sind, darf nicht noch einmal vorkommen“, sagte Dietmar Lippold, Geschäftsführer des ASB Brandenburg, am Mittwoch. „Wir haben nach diesen Tagen eine Vielzahl von Rückmeldungen bekommen, die belegen, wie anstrengend und kräftezehrend diese Hau-Ruck-Aktion der Politik war.“

Hier gibt es eine Übersicht zu weiteren Lockerungen in Brandenburg.

Gesundheitsministerin: Nicht alle auf einmal

Manchmal hätten sich die Pflegekräfte vor Ort nur durch das Rufen der Polizei zu helfen gewusst. „Diese schnellen Lockerungen sind aus unserer Sicht ein Spiel mit dem Feuer“, so AWO-Geschäftsführerin Anne Baaske. „Wir hoffen sehr, dass durch diese Lockerungen keine Leben gefährdet werden.“ Man hoffe inständig, dass die Hygienevorschriften von allen Besuchenden akzeptiert und stringent angewendet werden. Zudem seien auch die Lieferungen mit Persönlicher Schutzausrüstung bislang nicht in den Einrichtungen angekommen.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte bereits während der Bekanntgabe der Lockerungen am Freitag die Angehörigen aufgefordert, nicht alle auf einmal zur Oma ins Pflegeheim zu fahren. Anscheinend wurde ihr Wunsch jedoch nicht von allen Brandenburgern gehört.

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