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Angeklagter schweigt zu Attacken auf Polizisten

In diesem illegalen rechten Szenetreff bei Pasewalk hatten Randalierende die Polizei angegriffen.
In diesem illegalen rechten Szenetreff bei Pasewalk hatten Randalierende die Polizei angegriffen.
Angela Stegemann

Dem 26 Jahre alten Mann wird Landfriedensbruch bei einem verbotenen Konzert von Rechtsextremisten vorgeworfen.

Beim Prozessauftakt um Gewalt-Attacken gegen Polizisten im Zusammenhang mit einem verbotenen Konzert von Rechtsextremisten in Pasewalk (Kreis Vorpommern-Greifswald) hat der Angeklagte geschwiegen. Mehrere Polizisten erklärten am Dienstag als Zeugen vor dem Amtsgericht Pasewalk, sie würden den Mann wiedererkennen. „Der Angeklagte ist der Mann, der damals im Oktober 2013 die anderen Leute aufgewiegelt hat, die Polizeikette anzugreifen“, sagte ein 30-jähriger Polizist, der damals für den Einsatz verantwortlich war.

Dem 26 Jahre alten Mann, einem mutmaßlichen Rechtsextremisten aus Brandenburg an der Havel, wird Landfriedensbruch vorgeworfen. Er soll trotz Polizeiverbots mit einer Gruppe von rund 100 Gleichgesinnten versucht haben, zu einem bekannten rechten Szenetreff zwischen Pasewalk und Viereck zu gelangen. Polizisten hatten das Konzert untersagt und das Gelände mit einer Kette von Beamten abgesperrt.

26-Jähriger wollte „ein bisschen Action machen“

„Unsere Leute erteilten dem jungen Mann einen Platzverweis“, sagte ein weiterer Polizist als Zeuge vor Gericht. Daraufhin habe der 26-Jährige seinen Bekannten gesagt, wenn er schon einen Platzverweis habe, dann könne man auch „ein bisschen Action machen“. Ein Teil der Rechtsextremen, die der Polizei zahlenmäßig deutlich überlegen waren, habe versucht, die Polizeikette gewaltsam zu durchbrechen.

„Das konnten wir nur durch Reizgas stoppen“, sagte der 30-jährige Polizist. Danach wurden die Beamten von den Rechtsextremisten mit Steinen und Flaschen angegriffen, mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Polizei zählte damals vier verletzte Beamte.