Herzinfarkt droht

Angeklagter verträgt keinen Stress – Nazi-Prozess geplatzt

Ein 50-Jähriger aus der Uckermark soll mit verfassungsfeindlichen Symbolen gehandelt haben. Vor Gericht hat er es nicht geschafft – zu krank, bescheinigte ihm sein Arzt.
Es gab auch Verhandlungstage, an denen der Angeklagte noch gesund genug war.
Ein 50-Jähriger Angeklagter erschien nicht vor Gericht – zu krank, bescheinigte ihm sein Arzt.
Ein 50-Jähriger Angeklagter erschien nicht vor Gericht – zu krank, bescheinigte ihm sein Arzt. BillionPhotos.com_stock-adobe-com
Prenzlau

Alle Prozessbeteiligten waren da, nur der Angeklagte fehlte - und das nicht zum ersten Mal. Dabei war Udo W. mit dem Urteil des Amtsgerichts Prenzlau vom 10. Februar 2020 nicht einverstanden, genauso wenig wie die Staatsanwaltschaft, die ebenfalls gegen die Entscheidung Berufung eingelegt hatte.

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Das Amtsgericht hatte Udo W. damals wegen des Verkaufs von 34 verschiedenen Artikeln mit Kennzeichen nationalsozialistischer Organisationen, insbesondere Hakenkreuzen, zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt, die es zur Bewährung ausgesetzt hat. Udo W. soll in der Zeit von 2005 bis 2010 von der Uckermark aus über das Internet Repliken von Orden, Abzeichen, Spangen, Koppelschlössern, Ringen und mehr aus der Zeit des Dritten Reichs vertrieben haben.

Arzt riet von Reise ab

Am Montag sollte nun das Berufungsverfahren vor der vierten kleinen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin beginnen. Wie der Verteidiger mitteilte, sei Udo W., der in Spanien lebt, nicht verhandlungsfähig. Der 50-Jährige leide an einer Herzerkrankung. Ihm drohe ein Herzinfarkt, wenn er die Reise nach Deutschland antreten müsse. Er sollte Stresssituationen meiden, habe ein Arzt bescheinigt.

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Ein Attest bestätigte, dass Udo W. bis zum 31. Oktober dieses Jahres nicht reisefähig ist. Es lag zwar eine Vollmacht vor, die den Verteidiger ermächtigt, seinen Mandanten in Abwesenheit zu vertreten. Staatsanwaltschaft und Gericht wollten aber nicht ohne den Angeklagten verhandeln. Nun muss ein neuer Termin festgelegt werden.

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Kommentare (8)

Das sind se also, die selbsternannten tapferen, wackeren "Deutsche".
Pfeife, Memme, Weichei oder Simulant triffts besser.
Frü die Schauspieleinlage würde der von mir n halbes Jahr Strafe obendrauf kriegen

Zum Glück hast du hier nix zu sagen!!!
Krank ist krank, basta , dass gilt für alle Menschen, das schreib dir auf deine bunte Fahne!!!

Immerhin in erster Instanz verurteilt.
Da scheint also jemand Dreck am Stecken zu haben.
Also rechtschaffend hört sich das nicht an.
Und den verteidigen Sie hier?
Dabei weiß doch jeder, wie schnell man in Deutschland ein Attest bekommt...

Das hab ich auch keinesfalls behauptet. 😜

Zu ihren letzten Satz, ich hab noch nie ein Attest benötigt, zumindest nicht um mir irgendwelche Vergünstigungen zu erschleichen und zum faulenzen schon gar nicht, was ich Ihnen hiermit auch nicht unterstellen will.

daß er in Spanien leben muss.
Am Ende ein Heimatverräter?
Ich würde vor den Amtsarzt bringen.

Gebe ihnen recht, wer eine Straftat begangen hat, soll dafür büßen! Aber einen Amtsarzt nach Spanien lotsen🤷🏻‍♂️, wer soll das bezahlen? Vor allem darf der dort Tätig werden?

aufregen. Fast auf auf jeden Flohmarkt giebt es diese Dinge zu kaufen. Es muss oft nur genau danach gefragt werden. Also lasst den doch in Ruhe ,der verarscht doch nur alle .Nur der Staat macht das alles auf Kosten der Steuerzahler mit.