Enkeltrick-Betrüger haben am Telefon versucht, in Brandenburg bei drei verschiedenen Senioren tausende Euro zu ergaunern.
Enkeltrick-Betrüger haben am Telefon versucht, in Brandenburg bei drei verschiedenen Senioren tausende Euro zu ergaunern. Angeblich bräuchten sie das Geld für eine Corona-Behandlung. (Symbolfoto) Sebastian Gollnow
Betrugsmasche Coronavirus

▶ Anrufer fordern Geld für angebliche Erkrankung

Enkeltrick-Betrüger haben versucht, in Brandenburg drei verschiedenen Senioren am Telefon tausende Euro abzuluchsen. Sie bräuchten Geld für ihre Corona-Behandlung.
dpa
Mühlenbecker Land

Mit einer angeblichen Coronavirus-Erkrankung haben Enkeltrickbetrüger in Mühlenbecker Land (Landkreis Oberhavel) versucht, an Bargeld zu kommen. Gleich drei Vorfälle am Donnerstag seien bekannt geworden, teilte die Polizei am Freitag mit. In einem Fall habe ein 85 Jahre alter Mann bereits das geforderte Geld abgehoben. Seine Schwiegertochter hatte jedoch die Polizei alarmiert, die den Mann noch vor der Geldübergabe stoppen konnte, wie die Beamten berichteten.

Angeblicher Sohn braucht 22.000 Euro für seine Corona-Behandlung

Der 85-Jährige erhielt den Polizeiangaben zufolge zuerst einen Anruf von seinem vermeintlichen Sohn, der sich wegen einer Infizierung mit dem Coronavirus in Behandlung befinde. Kurze Zeit später habe sich ein zweiter Mann am Telefon gemeldet, sich als Oberarzt eines Krankenhauses ausgegeben und dem Senior mitgeteilt, dass für die Behandlung seines Sohnes 22.000 Euro benötigt werden.

Zwei 82 und 67 Jahre alte Frauen erhielten Anrufe eines Mannes, der sich als ihr Enkel ausgab. Er habe den beiden Seniorinnen erzählt, dass er sich wegen einer Erkrankung mit dem Coronavirus gerade in Behandlung befinde und dafür Geld benötige, hieß es. In beiden Fällen wurden 100.000 Euro gefordert. Die Frauen gingen nicht auf die Forderungen ein, sondern erstatteten Anzeige, wie die Beamten weiter berichteten. Der Mann am Telefon soll klar und hochdeutsch gesprochen und dabei etwas heiser geklungen haben.

Fake-Medizinshop wirbt per Spam mit Atemschutzmasken

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat außerdem vor einem Medizin-Fakeshop im Internet gewarnt, der die Sorgen wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus ausnutzt. Cyberkriminelle werben über einen angeblichen Online-Medizinshop beispielsweise für verschiedene Atemschutzmasken, wie das LKA über Twitter warnte. Per Spam-Mail hätten die Täter ihr Angebot an zahlreiche Empfänger verschickt und den Firmennamen eines realen deutschen Unternehmens missbraucht – das bereits Anzeige erstatte habe. Das LKA riet im Falle einer Bestellung und Bezahlung bei dem Fakeshop, den jeweiligen Zahlungsanbieter zu kontaktieren und die Zahlung zu stoppen.

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