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Auch Berufstätige brauchen Schallschutz gegen Fluglärm

Auch über die Praxen von Ärzten und Therapeuten fliegen Flugzeuge.
Auch über die Praxen von Ärzten und Therapeuten fliegen Flugzeuge.
Patrick Pleul

Flughafenanwohner haben ein Recht auf Lärmschutz. Welche Ansprüche haben Ärzte und Unternehmer?

Unternehmern, Ärzten und Freiberuflern steht tagsüber Schallschutz gegen Fluglärm für ihre Geschäftsräume am Flughafen Schönefeld zu. Das sagte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) auf parlamentarische Anfragen des Abgeordneten Christoph Schulze von BVB/Freie Wähler. Demnach sei für Büro- und Betriebsräume innerhalb des Tagschutzgebiets ausreichender Schallschutz vorgesehen.

Das heißt, dass bei Tage im Innenraum bei geschlossenen Fenstern durch Start und Landung von Flugzeugen der Lärmpegel maximal bei 55 dB (A) liegen darf. Gleiches gelte für Arztpraxen sowie für Psycho- und Physiotherapeuten. Schulze wirft der Flughafengesellschaft in seiner Anfrage vor, das bestritten zu haben.

Ralf Kunkel, Sprecher der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, bezeichnete Schulzes Aussage als unzutreffend. Die Flughafengesellschaft komme ihrer Verpflichtung nach. Derzeit lägen Anträge für rund 20 000 Nutzungseinheiten, darunter rund 1000 Gewerbeeinheiten, vor, die bearbeitet würden oder bei denen bereits Anspruchsermittlungen versandt
worden seien.

Grundlage ist laut Infrastrukturministerium der Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau. Darin sei festgelegt, dass die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH für den Schallschutz berechtigter Eigentümer verantwortlich sei.