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Autocorso für mehr Geld für die Busse

Zu der Aktion in Potsdam hatte die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten aufgerufen.
Zu der Aktion in Potsdam hatte die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten aufgerufen.
Ralf Hirschberger

Sind ländliche Regionen wie die Uckermark künftig noch ausreichend mit öffentlichem Nahverkehr versorgt? Die bei den Verkehrsunternehmen Beschäftigen zweifeln daran.

Bus- und Straßenbahnfahrer aus dem Land Brandenburg haben in Potsdam für eine bessere Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) demonstriert. Rund 80 Menschen beteiligten sich am Dienstag an einem Autokorso, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit. In Brandenburg gibt es nach Angaben von Verdi derzeit 21 Verkehrsbetriebe mit zusammengerechnet mehr als 3500 Beschäftigten.

Weil eine gesicherte Finanzierung des Nahverkehrs ohne die Unterstützung der Landesregierung aus Sicht der Gewerkschaftsvertreter nicht möglich ist, trafen sich Verdi-Vertreter zudem mit dem brandenburgischen Finanzminister Christian Görke (Linke). Der Minister betonte, dass die jährliche Unterstützung des Landes für den Nahverkehr erst im vergangenen Jahr großzügig um sieben Millionen Euro auf einen Gesamtbetrag von nunmehr 100 Millionen Euro erhöht worden sei. Görke sieht bei der Finanzierung von Bussen und Straßenbahnen vornehmlich die Kommunen sowie den Bund in der Pflicht.

Finanzminister nimmt den Bund in die Pflicht

„Der Bund macht sich vom Acker“, beklagte Görke das seiner Ansicht nach zu geringe finanzielle Engagement der Bundesebene. Er forderte erneut die Erhöhung der Zuschüsse für die Infrastruktur von derzeit 7,4 auf 8,5 Milliarden Euro.

Sollte die Finanzierung des Nahverkehrs künftig auf dem aktuellen Level bleiben oder gar noch reduziert werden, zeichnet die Gewerkschaft ein düsteres Zukunftsszenario. „Schlimmstenfalls wird Busfahren in Brandenburg außerhalb des Berliner Speckgürtels bald zu einem ‚besonderen Erlebnis‘“, kritisierte Verdi-Sekretär Marco Pavlik die drohende Ausdünnung der Buslinien in der Fläche. Verantwortlich sei eine mangelnde Finanzierung. Verdi-Mitglied Carsten Johst verwies auf veraltete Busse, die der ab 2022 gesetzlich geforderten Barrierefreiheit ohne entsprechende finanzielle Mittel nicht gerecht werden könnten.