LÄRM UND STAU

B96-Ausbau – Bürger wollen einen Tunnel für Fürstenberg

Fürstenberg gehört zu den größten Nadelöhren zwischen MV und Berlin. Schon seit Jahren schwelt der Streit um die geplante Ortsumgehung. Jetzt gibt es eine neue Idee...
Immer dicht: Die B96 in Fürstenberg. Die Planung nach einer Ortsumgehung kommt seit Jahren nicht voran.
Immer dicht: Die B96 in Fürstenberg. Die Planung nach einer Ortsumgehung kommt seit Jahren nicht voran. Jörg Spreemann
Fürstenberg ·

Die Bürgerinitiative Lebendiges Fürstenberg fordert, eine stadtnahe Variante der geplanten Ortsumgehung der B96 um die Kleinstadt an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Das sei die beste Alternative zur bisher vorgesehenen weiträumigen Westumfahrung um Fürstenberg, sagte gestern Bernhard Hoffmann, Sprecher des Arbeitskreises Lebendiges Fürstenberg. Für die stadtnahe B96 direkt neben der Bahntrasse müssten ein Tunnel unter der Havel und teilweise eine Überdeckelung der Ortsumgehung errichtet werden.

Genervte Autofahrer – genervte Anwohner

Die Kleinstadt Fürstenberg gehört zu den am stärksten belasteten Abschnitten der B96 zwischen Neubrandenburg und dem Berliner Ring. Gerade in den Sommermonaten kommt es hier immer wieder zu langen Staus. Derzeit prüft das Land Brandenburg vier Varianten der Ortsumgehung. Die von der Bürgerinitiative favorisierte Alternative, die auch einen direkten Anschluss nach Lychen in der Uckermark vorsehen würde, wird als zu teuer angesehen.

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Mit einem Tunnel könnten 20 Hektar wald stehen bleiben

Laut Arbeitskreis-Sprecher Hoffmann würde die stadtnahe Variante nicht nur mindestens 2,5 Kilometer kürzer und durch den Anschluss nach Lychen das Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr völlig entlasten. Gleichzeitig würde auch die Abholzung von mindestens 20 Hektar Wald auf einer knapp zehn Kilometer langen stadtfernen Trasse vermeiden. Zudem würden touristische Ziele wie Peetschsee und Stechlin nicht von der Stadt abgetrennt. Bei einer Auswahl der Varianten müssten auch die Auswirkungen auf die Natur und die Kosten für Ausgleichsmaßnahmen verglichen werden.

In den 90er-Jahren hatte sich das damals geplante Projekt einer östlichen Umfahrung nach Protesten zerschlagen, weil damals Flächen des ehemaligen Nazi-KZ Ravensbrück von der Trasse tangiert worden wären.

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Kommentare (1)

eine Hochstrasse auf Betonpfeilern wie international üblich und in Gleitschalung, die Bäume könnten auch stehen bleiben, der Verkehr wäre aus der Stadt raus und würde fließen - war für Neubrandenburg auch mal vorgesehen und für 2000 in einem Entwurf geplant, in den 60igern fest gehalten