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Bei Tafeln wird das Essen knapp

Jeder, der seinen Bedarf nachweisen kann, bekommt Lebensmittel. Mittlerweile sind so viele Menschen darauf angewiesen, dass die Tafeln an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Und das, obwohl es immer weniger zu verteilen gibt. Wie geht’s weiter?

Rund 50  000 Menschen in der Region werden von den Tafeln mit Lebensmitteln unterstützt.
Patrick Pleul Rund 50  000 Menschen in der Region werden von den Tafeln mit Lebensmitteln unterstützt.

Die Brandenburger Tafeln haben einen immer größeren Andrang zu bewältigen. „An einzelnen Ausgabestellen hat sich die Zahl der Besucher fast verdoppelt“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes der Tafeln, Norbert Weich. So habe sich etwa die Zahl der Bedürftigen in Teltow von rund 120 während des Sommers auf derzeit bis zu 240 erhöht. An den Ausgabestellen stünden nicht mehr nur Hartz-IV-Empfänger und einkommensschwache Rentner, sondern auch Asylbewerber und Flüchtlinge. „Bei uns hat jeder Zugang, der Unterstützung braucht und das nachweisen kann“, sagte Weich. Dafür müssten Belege gezeigt werden.

„Die Helfer stehen vor einer unglaublichen Herausforderung“, sagte der zweite  Vorsitzende der Potsdamer Tafel, Johannes Wegner, die für die Ausgabestelle in Teltow zuständig ist. „Wir sind an unsere Kapazitätsgrenzen gekommen.“ Wichtig sei ein gerechtes Verteilsystem, damit die größte Not gelindert werden könne.

Täglich bis zu drei Tonnen Lebensmittel verteilt

Pro Tag würden landesweit aus Supermärkten, gastronomischen Einrichtungen oder anderen Betrieben vier bis fünf Tonnen abgeholt. Etwa zwei bis drei Tonnen können dann in den Tafeln verteilt werden. Zwischen 300 und 400 Kilometer lege jedes Fahrzeug am Tag zurück, um Spenden einzusammeln.

Es würden zudem dringend Lebensmittel-Spender benötigt, sagte Weich. „Wir können nur das weitergeben, was uns zur Verfügung gestellt wird.“ Nach seinen Angaben verkaufen inzwischen viele Supermärkte Artikel preiswerter, wenn die Verpackung nicht mehr ansehnlich sei oder das Haltbarkeitsdatum in Kürze ablaufe.

Gibt es weniger Lebensmittelspenden?

Aus Sicht der Sprecherin der Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover, die Supermärkte in Brandenburg betreibt, gibt es keine Einschnitte bei den Spenden. Es werde jedoch effektiver geplant, bei weniger Produkten liefe die Haltbarkeit ab.

In der Region Berlin-Brandenburg gibt es nach Angaben des Landesverbandes 41  Tafeln mit 100 Ausgabestellen, 55 davon in Brandenburg. Bis zu 50 000 Bedürftige in der Region sind demnach derzeit für eine Versorgung registriert.