NORD STREAM 2

Benzin-Engpässe in Berlin und Ostdeutschland befürchtet

Der Konflikt zwischen den USA und Russland um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 könnte nach Medieninformationen zu Benzin-Engpässen führen. Stellt die PCK-Raffinerie in Schwedt den Betrieb ein?
Matthias Stiel Matthias Stiel
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark).
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark). Patrick Pleul
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark).
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark). Patrick Pleul
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark).
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark). Z1017 Bernd Wüstneck
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark).
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Uckermark). Patrick Pleul
Berlin.

Die USA haben wegen der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 Sanktionen angedroht. Diese könnten laut eines Bericht des Spiegels zu Engpässen in der Versorgung mit Autobenzin und Flugzeugtreibstoff führen.

Denn eine der größten Erdölraffinerien Deutschlands, die PCK-Raffinerie in Schwedt, warnte davor, dass sie durch die angedrohten Sanktionen gezwungen sein könne, den Betrieb einzustellen oder zumindest zu drosseln.

Mehr lesen: Brand in der PCK-Raffinerie (Video).

PCK-Raffinerie nicht mehr steuerbar

In dem Spiegel-Bericht heißt es weiter, dass ein US-Unternehmen die Leitzentrale des PCK-Werks mitgeplant sowie gebaut hat und die Anlagen wartet. Dieses Unternehmen habe Rosneft (ein russischer Energiemulti, dem die PCK mehrheitlich gehört) mitgeteilt, dass es die Leistungen einstellen werden, falls die Sanktionen der USA tatsächlich in Kraft treten sollten.

Dadurch wäre die Raffinerie nicht mehr zu steuern. „Eine sichere Versorgung des Umlandes samt der Flughäfen in Berlin wäre unmöglich”, sagte ein Rosneft-Sprecher dem Spiegel. Die Lieferengpässe würden entsprechend vor allem Berlin und Ostdeutschland treffen.

Die PCK-Raffinerie stellt täglich genügend Treibstoff her, um 250.000 Autos, 60.000 Laster oder 50 Flugzeuge zu betanken. Schon jetzt spüre die Raffinerie Konsequenzen der angedrohten Sanktionen. So wollen Unternehmen wie Siemens offenbar keine Serviceaufträge mehr für die Raffinerie übernehmen. Außerdem haben deutsche Banken angekündigt, die Kreditlinien von Rosneft nicht mehr zu verlängern, da sie mögliche Konsequenzen fürchteten – teilte der Spiegel mit.

Mehr lesen: Die Schwedter Erdölraffinerie stand im Juli 2019 kurz vor dem Produktions-Aus. Das Ausmaß der Krise wurde erst später bekannt.

Bundesregierung hält an Pipeline fest

Dänemark hatte der umstrittenen Gas-Pipeline Nord Stream 2 erst Ende Oktober seine Zustimmung gegeben. Wie die dänische Energieverwaltung mitteilte, darf ein 147 Kilometer langer Teil der Pipeline südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen.

Trotz Kritik aus anderen EU-Staaten und den USA steht die deutsche Bundesregierung hinter dem Projekt und hofft auf Versorgung mit preiswertem Gas – jährlich sollen 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die Rohre nach Deutschland fließen. Die Kritiker fürchten, die Gasleitung könne die Abhängigkeit Mitteleuropas von russischer Energie verstärken.

Dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) zufolge wird dieser Zugang zu Gaslieferungen für europäische Verbraucher zu Einsparungen in Milliardenhöhe führen. Nord Stream 2 hat nach eigenen Angaben bisher rund sechs Milliarden Euro investiert.

Update-Hinweis: Der russische Öl-Konzern Rosneft, dem die PCK-Raffinerie gehört, hat inzwischen auf den Spiegel-Bericht reagiert. Hier erfahren Sie mehr.

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Kommentare (3)

sind gegen diese Gaspipeline und begründen es unter anderem damit, dass sich Deutschland zu sehr abhängig von Russland macht, wobei sich Russland allerdings jahrzehntelang als zuverlässiger Lieferant erwiesen hat. Die von den U.S.A. angedrohten Sanktionen beweisen umgekehrt allerdings drastisch wohin die von willfährigen deutschen Politikern herbeigeführte Abhängigkeit von den U.S.A. führt!

„Also, das primäre Interesse der Vereinigten Staaten durch das letzte Jahrhundert hindurch – also im Ersten, Zweiten und im Kalten Krieg – sind die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland gewesen, denn vereinigt wären diese beiden die einzige Macht, die uns bedrohen könnte – und daher sicherzustellen, dass das nicht passiert.“

George Friedman

Wer wird denn in Zukunft amerikanische iT-Produkte kaufen, wenn er damit rechnen muss, jählings von Trumps Embargopolitik lahmgelegt zu werden. Nur: Deutschland hat schon vor Jahrzehnten aufgegeben, entsprechende software selber zu entwickeln. Es wird Zeit, dass Europa sich mehr um solche Fragen kümmert.