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BER muss beim Lärmschutz nachbessern

Wie soll die Lüftung bei geschlossenen Fenstern funktionieren. Darüber wurde vor Gericht gestritten.
Wie soll die Lüftung bei geschlossenen Fenstern funktionieren. Darüber wurde vor Gericht gestritten.
Patrick Seeger

Über 25  000  Haushalte müssen rund um den neuen Hauptstadtflughafen mit einem Schallschutz ausgerüstet werden. Dafür sind 730 Millionen Euro vorgesehen. Nun drohen weitere Kosten.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Flughafengesellschaft am Dienstag ein weiteres Mal zu Nachbesserungen bei dem millionenschweren Schallschutzprogramm verurteilt. Damit gab das Gericht der am stärksten vom Fluglärm betroffenen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow als Klägerin Recht. Im konkreten Fall eines Einfamilienhauses sei bislang lediglich sichergestellt, dass frische Luft in die Schlafzimmer kommt. Es müsse zusätzlich aber auch die Entlüftung geplant werden, heißt es in dem Urteil. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen.

Welche Mehrkosten und Verzögerungen nun drohen, ist noch offen. „Die Flughafengesellschaft nimmt die heutige Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg zur Kenntnis“, teilte das Unternehmen mit. „Wir werden uns nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung zum weiteren Vorgehen äußern.“

Vorgaben jahrelang verfehlt

Rund 25 500 Haushalte im Umfeld des Großflughafens haben Anspruch auf Schallschutz. Die Kosten des Programms haben sich nach Anwohnerklagen schon auf 730 Millionen Euro mehr als verfünffacht, weil der Flughafen beim Einbau von Schallschutzfenstern, Dämmungen und Lüftern die Vorgaben jahrelang verfehlt hatte. Das Programm ist seit Jahren umkämpft. Umstritten sind bei den Anwohnern auch Innendämmungen, die ihre Räume verkleinern. Auch wegen rechtlicher Unsicherheiten haben längst nicht alle Anwohner Schallschutz beantragt – Ende Januar waren es 79 Prozent. Gut die Hälfte der Hauseigentümer hat inzwischen die Bescheide erhalten, mit denen sie die Handwerker bestellen können.