Bahnreisende sollen künftig schneller von Berlin in die polnische Großstadt Stettin reisen können.
Bahnreisende sollen künftig schneller von Berlin in die polnische Großstadt Stettin reisen können. DB AG / Oliver Lang
Streckenausbau

Berlin-Stettin 20 Minuten schneller mit der Bahn

Von der Berlin nach Stettin in 90 Minuten: Das soll ab 2026 möglich sein. Dafür sollen fast 500 Millionen Euro in die Bahnstrecke investiert werden.
Angermünde

Die Deutsche Bahn AG will die Bahnlinie von Berlin nach Stettin bis 2026 um 20 Minuten schneller machen. Das gaben Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) und Vertreter des Konzerns am Donnerstag in Angermünde bekannt. Damit schlugen sie zugleich das nächste Kapitel in der schier endlosen Geschichte des geplanten Ausbaus dieser für die Uckermark wichtigen Verbindung auf. 

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Ausbau war ursprünglich schon für 2003 versprochen

Denn bislang wurden beim Thema Stettiner Bahn vorwiegend leere Versprechungen gemacht: Schon zum 160. Jubiläum der Stettiner Bahn am 18. September 2003 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD), der selbst aus der alten Hansestadt stammte und seine ersten Lebensjahre in Stettin verbrachte, den Ausbau der Strecke auf 160 Stundenkilometer angekündigt. Auf dem ersten deutsch-polnischen Bahngipfel 2015 in Potsdam wurden dann die Zweigleisigkeit und die Elektrifizierung der Strecke versprochen. Die Elektrifizierung sollte bis 2020 umgesetzt werden. 2018 wurde in Potsdam erneut eine Absichtserklärung über den zweigleisigen Ausbau der Strecke unterzeichnet. „Die Weichen für den durchgehend zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin sind mit der nun unterzeichneten Absichtserklärung gestellt“, sagte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla damals. Und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach gar von einem „Meilenstein für die europäische Metropolenregion“.

Aber werden nun aus den Absichtserklärungen tatsächlich Fahrdrähte und Gleise? „Die gemeinsamen Bemühungen der Länder Brandenburg und Berlin für den zweigleisigen Ausbau dieser wichtigen Verbindung zwischen den europäischen Metropolregionen der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg und Stettin haben sich gelohnt“, sagte Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) gestern in Angermünde. Denn für den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke stellt der Bund nun 380 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich beteiligen sich die Länder Berlin und Brandenburg mit insgesamt 100 Millionen Euro an dem Vorhaben, um einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau zu ermöglichen. Im Jahr 2026 soll dann die gesamte Strecke elektrifiziert und auf Tempo 160 ertüchtigt sein, und auch das zweite Gleis soll zwischen Passow und der polnischen Grenze wieder liegen. Es passiert also genau das, was Manfred Stolpe schon 2003 geplant hatte. 

Deutschland und Polen rücken enger zusammen - endlich

Und auch manche Worte ähneln sich: Denn auch gestern war wieder viel die Rede davon, dass Berlin und Stettin, Deutschland und Polen auf der Schiene enger zusammenrücken. „Das wird eine leistungsfähige, attraktive Verbindung, die beide Metropolregionen und auch die Kommunen und Menschen an der Strecke enger zusammenrückt“, sagte Pofalla gestern. „Wir schaffen die Voraussetzungen für mehr Verkehr auf der umweltfreundlichen Schiene, für schnellere und bessere Verbindungen zu unseren polnischen Nachbarn und schließen eine Lücke im europäischen Schienenverkehr.“ Immer vorausgesetzt, die Bauarbeiten kommen dieses Mal tatsächlich zu einem Ergebnis.

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