Für Hunde ansteckend
Berliner Waschbären leiden an Staupe

Das Staupe-Virus grassiert weiter unter Berliner Waschbären.
Felix Heyder

Unter Berliner Waschbären grassiert seit Jahresbeginn ein tödliches Virus. „Es ist ein Ausmaß wie noch nie in Berlin“, sagte Tierpathologe Ulrich Wittstatt vom Landeslabor Berlin.

Im ersten Halbjahr 2013 seien rund 120 Waschbären verendet. „Diese Größenordnung haben wir sonst in zwei Jahren“, so Wittstatt. Vier von fünf Tieren seien einer Staupe-Infektion zum Opfer gefallen. Für Menschen ist das Virus nicht gefährlich. Doch Wittstadt rät vor allem Hundebesitzern zu Vorsicht: „Ungeimpfte Hunde können sich anstecken, vor allem bei Jungtieren im Alter von bis zu sechs Monaten muss man aufpassen.“

Fieber, Abgeschlagenheit und Gleichgewichtsstörungen

Zu den Symptomen der Virusinfektion gehören Fieber, Abgeschlagenheit und Gleichgewichtsstörungen. „Vielen Bürgern sind die kranken Waschbären aufgefallen“, sagte der Experte. Verbreitet sei das Virus vor allem in den westlichen Berliner Bezirken Spandau, Reinickendorf und Pankow.

Seit Mai gebe einen leichten Rückgang der Fallzahlen. Durch das Ende des Winterschlafs und die schwankenden Temperaturen im Frühjahr sei die Waschbärpopulation in Berlin geschwächt gewesen, sagte Wildtierexperte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Er schätzt, dass es in Berlin mindestens 600 Waschbären gibt.

Nachfolgende Generationen immun

Das Virus dezimiere den Bestand zwar vorübergehend etwas, nachfolgende Generationen seien aber immun. Die Tiere bevölkern nach Angaben Ehlerts vor allem Spandau, Reinickendorf, Marzahn und Treptow-Köpenick. Füttern darf man die
Tiere nicht: „Sie sollen nicht zahm werden“, sagte Ehlert.