Katastrophen-Neubau

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Berlins zweiter BER liegt beim Bundestag

Ein Anbau mit rund 300 Büros ist für das Marie-Elisabeth Lüders Haus des Bundestags vorgesehen. Doch durch den Boden dringt Wasser ein.
Ein Anbau mit rund 300 Büros ist für das Marie-Elisabeth Lüders Haus des Bundestags vorgesehen. Doch durch den Boden dringt Wasser ein.
Michael Kappeler

Der neue Flughafen ist aufgrund Pannen und Verspätungen zu Spottobjekt geworden. In Berlin gibt es eine weitere Baustelle, die seit 2012 fertig sein sollte.

Berlin und seine Baustellen – für manche ist das eine unendliche Geschichte. Ein Happy End haben nicht alle. Beim neuen Flughafen soll es angeblich in rund zwei Jahren so weit sein. Vorausgesetzt, es gibt nicht weitere Pleiten und Pannen, sodass die Eröffnung wieder verschoben wird.

Weniger bekannt, aber genauso verspätet ist in Berlin aber auch ein weiteres Objekt: Der Bundestagsneubau am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Wie auch der BER sollte dieses Gebäude schon 2012 fertiggestellt worden sein. Und ob er das tatsächlich wird, ist jetzt fraglich. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (FAS) berichtet, könnte der Neubau mit rund 300 Büros aufgrund seiner Mängel auch abgerissen werden. Der Grund: Risse in den Bodenplatten, durch die Wasser eindringen kann. Wer für diese Misere verantwortlich sein soll, soll dem Bericht zufolge ein Gutachten in Kürze klären.

Die Firma, die die Bodenplatten installiert hatte, soll der FAS zufolge nicht Schuld sein. In einem Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf kam dem bericht nach zutage, dass das Bundesamt für Bau bei der Planung versagt habe. Die Zeitung zitiert Wolfgang Kubicki (FDP), Vorsitzender der Kommission des Ältestenrates für Bau- und Raumangelegenheiten: „Momentan spricht viel dafür, dass es saniert werden kann, ganz sicher ist es nicht.”