Munition entschärft

Brand in Lieberoser Heide schwelt weiter

Das Feuer in der Lieberoser Heide haben die Einsatzkräfte eindämmen können – es schwelt nur noch. Dafür gibt es aber ein weiteres Problem: offen herumliegende Munition.
dpa
Die Brandnester sind schwer erreichbar.
Die Brandnester sind schwer erreichbar. Julian Stähle
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Lieberose.

In der Lieberoser Heide haben die Feuerwehrleute eine Ausbreitung des Brandes bislang verhindert. „Aktuell sorgen kleinere Schwelbrände für jede Menge Rauch”, sagte der Sprecher des Landkreises Dahme-Spreewald, Bernhard Schulz. Noch immer sind 100 Hektar Fläche betroffen. Die Brandnester – mitten in der kampfmittelbelasteten Zone eines ehemaligen Truppenübungsplatzes – sind schwer erreichbar. Es gebe aber so gut wie keine Flammenbildung mehr. 25 Feuerwehrleute mit 10 Fahrzeugen sind vor Ort im Einsatz.

Die Löscharbeiten wurden am Vormittag durch Munition erschwert, die auf Zufahrtswegen gefunden wurde. Acht Granaten konnten durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft und abtransportiert werden, sagte Schulz. Zunächst hatte es geheißen, zwei der Granaten müssten aller Voraussicht nach gesprengt werden. Um den Fundort herum wurde ein 500 Meter Sperrradius eingerichtet. Löschfahrzeuge mussten die Sperrzone umfahren.

Was genau in den Böden liegt, ist ungewiss

An die Schwelbrände kommen die Feuerwehrleute vom Boden aus nicht mehr heran, wie Schulz weiter sagte. Deshalb habe ein Löschhubschrauber der Bundespolizei den größten Teil der Löscharbeiten übernommen. Ein zweiter Löschhubschrauber sei für Freitag angefordert worden, sagte der Sprecher. Die Großschadenslage bestehe aufgrund der anhaltend schwierigen Situation weiterhin.

Mit rund 27 000 Hektar war die Lieberoser Heide in der Brandenburger Niederlausitz einer der größten Truppenübungsplätze der DDR. In der NS-Zeit hatte eine SS-Division von 1942 bis 1945 den Platz genutzt. Von 1947 an übernahmen die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Von 1947 bis 1992 wurden auf dem Truppenübungsplatz Munition und neue Waffentechnik getestet. Was genau in den Böden liegt, können Experten bis heute nicht klar sagen.

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