Wer in Brandenburg noch nicht geimpft worden ist, muss sich auf einen erneuten Lockdown einstellen.
Wer in Brandenburg noch nicht geimpft worden ist, muss sich auf einen erneuten Lockdown einstellen. Sebastian Willnow
Corona-Pandemie

Brandenburg plant Lockdown für Ungeimpfte

Weihnachtsgeschenke können nur noch mit 2G gekauft werden, private Treffen werden für Ungeimpfte eingeschränkt
Potsdam

Brandenburg schickt ab dem Mittwoch alle Ungeimpften in den Lockdown. Wer geimpft ist, muss hingegen nur mit wenigen Änderungen seines Alltagslebens rechnen. Das kündigte Regierungssprecher Florian Engels am Montag im Vorgriff auf die neue Corona-Verordnung des Landes an, die am heutigen Dienstag vom Kabinett beschlossen werden soll.

Vorbehaltlich der Kabinettsentscheidung ist unter anderem vorgesehen, die 2G-Regel auf den Einzelhandel auszudehnen. Denn in der für die Händler wichtigen Vorweihnachtszeit sollen die Läden in Brandenburg grundsätzlich offen bleiben. Allerdings nicht für alle Kunden.

Ausnahmen gelten für Apotheken und Lebensmittelgeschäfte

Wer nicht geimpft oder genesen ist, darf künftig nur noch in Läden des täglichen Bedarfs einkaufen: Dazu zählen etwa Lebensmittelgeschäfte und Getränkemärkte, Drogerien, Apotheken, Tierbedarfshandel, Baufachmärkte, Floristikgeschäfte, Buchhandel, Zeitungs- und Zeitschriftenhandel, Poststellen, Tankstellen, Banken und Sparkassen.

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Weihnachtsgeschenke vom Juwelier oder aus dem Modegeschäft gibt es für Ungeimpfte deswegen künftig nur noch im Versandhandel, während Geimpfte wie bisher zum Händler in der Fußgängerzone gehen können. Zudem gilt die 2G-Regel künftig auch bei körpernahen Dienstleistungen, also etwa in Friseurgeschäften oder Nagelstudios.

Ungeimpfte müssen sich die Haare also künftig selber schneiden. Auch Maniküre, Pediküre und Massagen sind für sie künftig nicht mehr möglich. Auch im Freizeitbereich, also in allen Sportanlagen, in Innen-Spielplätzen, Museen, Galerien, Planetarien, Freizeitparks, Tierparks, Wildgehege, Zoologische und Botanische Gärten gilt künftig 2G.

Weihnachtsmärkte sollen abgesagt werden

Eine Änderung, die alle Brandenburger betrifft, gibt es dagegen bei den Weihnachtsmärkten: Sie sollen nicht eröffnet beziehungsweise wieder geschlossen werden. Denn an Glühweinständen lässt sich nun einmal schlecht Abstand halten.

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Ebenfalls für Ungeimpfte gelten künftig verschärfte Kontaktbeschränkungen: Künftig sind in Brandenburg nur noch Treffen und Feiern von maximal fünf Personen zulässig. Da Geimpfte und Genesene bei dieser Neuregelung aber nicht mitgezählt werden, trifft auch diese Verschärfung der geltenden nur Menschen, die sich bislang nicht impfen ließen.

Ausgangssperre von Ungeimpften

Zudem ist in den Landkreisen, in denen die Inzidenz über 1000 liegt, für Menschen, die nicht geimpft sind, eine von 22 bis 6 Uhr dauernde nächtliche Ausgangssperre vorgesehen, sofern die landesweite Auslastung der Intensivbetten durch Corona-Patienten mehr als 10 Prozent beträgt.

Und durch das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes gilt auch in Brandenburg ab dem 24. November 2021 grundsätzlich eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz, im öffentlichen Personennahverkehr sowie im Regional- und Fernverkehr.

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Bereits heute gilt die 2G-Regel in Brandenburg schon in der Gastronomie und Hotellerie – die Alternative für Deutschland (AfD) hatte erst kürzlich ihren Landesparteitag in Prenzlau absagen müssen, weil für die zahlreichen ungeimpften Mitglieder dieser Partei keine Hotels mehr zur Verfügung gestanden hätten.

In Brandenburg lag die landesweite Corona-Inzidenz am Montag bei 570,3. Mit den Landkreisen Elbe-Elster (1310,8), Spree-Neiße (1015,8) und Oberspreewald-Lausitz (1247,3) lagen drei Landkreise über der Marke von 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Prignitz meldete eine Inzidenz von 417,9, die Uckermark von 612,3. Vor allem im Süden des Landes müssen schon seit Tagen Krankenhauspatienten in andere Kliniken verlegt werden, weil die Krankenhäuser bereits zulaufen.

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