Die Brandenburger AfD hat laut einer Umfrage in der Wählergunst mit der SPD gleichgezogen. Beide Parteien würden jeweils 24 Prozent erhalten, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre.
Die Brandenburger AfD hat laut einer Umfrage in der Wählergunst mit der SPD gleichgezogen. Beide Parteien würden jeweils 24 Prozent erhalten, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre. Patrick Pleul, SPD, AfD, NK-Montage
Politische Stimmung

Brandenburger AfD zieht mit der SPD gleich

Die Brandenburger AfD hat laut einer Umfrage in der Wählergunst mit der SPD gleichgezogen – die ihrerseits deutlich an Zustimmung eingebüßt hat. Und das hat vor allem einen Grund.
Potsdam

Vor dem kommenden Winter befürchten viele Brandenburger massive wirtschaftlichen Probleme wegen der hohen Energiepreise. Das beeinflusst auch die politische Stimmung im Land. Die oppositionelle AfD legt zu und liegt gleichauf mit der regierenden SPD. Das geht aus dem Brandenburg-Trend von Infratest dimap im Auftrag von RBB24 Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg hervor.

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Neun von zehn Befragten (88 Prozent) erwarten, dass wegen der hohen Strom- und Gaspreise Arbeitsplätze verloren gehen. 46 Prozent rechnen damit, dass sie ihre Energierechnungen im Winter nicht bezahlen können oder erhebliche Schwierigkeiten haben werden, sie zu bezahlen. Bei denen, die ein monatliches Nettoeinkommen unter 1500 Euro haben, ist der Anteil derer, die Befürchtungen haben, mit 61 Prozent doppelt so hoch wie in Haushalten mit mehr als 3500 Euro Netto-Einkommen (29 Prozent). 43 Prozent der Brandenburger rechnen mit Gas- und Stromausfällen im Winter. Drei Viertel der Brandenburgerinnen und Brandenburger (76 Prozent) nehmen sich vor, weniger Strom zu verbrauchen. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) wollen weniger heizen. Jeder Fünfte (21 Prozent) plant, alte Geräte durch neue energiesparende Geräte auszutauschen.

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Die steigende Unruhe wirkt sich auch auf die politische Stimmung im Land aus. AfD-Anhänger sorgen sich am meisten wegen hoher Energie-Rechnungen und möglicher Arbeitsplatzverluste. 55 Prozent aller Befragten sind mit der Landesregierung unzufrieden, nur 39 Prozent zeigen sich zufrieden. Das ist der geringste Wert seit Bestehen der Koalition aus SPD, CDU und Bündnis-Grünen im Jahr 2019.

Wenn am Sonntag Landtagswahl in Brandenburg wäre, müsste die SPD im Vergleich zur April-Umfrage deutliche Verluste von 6 Punkten hinnehmen und käme nur noch auf 24 Prozent der Stimmen. Die AfD läge mit 24 Prozent gleichauf, das ist der höchste Umfragewert für die Partei in Brandenburg. Im Vergleich zum April gewinnt sie 5 Prozentpunkte. Mit Abstand drittstärkste Kraft mit stabil 18 Prozent wäre die in Brandenburg mitregierende CDU. Der dritte Koalitionspartner Bündnis90/Die Grünen legt um einen Punkt auf 11 Prozent zu. Die oppositionelle Linke verbessert sich um zwei Punkte auf 9 Prozent. BVB/Freie Wähler und FDP lägen gleichauf bei 4 Prozent.

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Für den Brandenburg-Trend sind vom 22. bis 26. September 1165 Wahlberechtigte in Brandenburg repräsentativ befragt worden.

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