Brandenburger Imker Sebastian Seusing wartet auf die Urteilsverkündung im Prozess gegen ein Agrarunternehmen.
Brandenburger Imker Sebastian Seusing wartet auf die Urteilsverkündung im Prozess gegen ein Agrarunternehmen. Patrick Pleul / Archiv (10.08.2021)
Honig-Prozess

Brandenburger Imker gewinnt gegen Agrar-Unternehmen

Der Prozess um den Glyphosat-Honig endete heute im Landgericht Frankfurt (Oder) zugunsten des Imkers – das Agrar-Unternehmen zahlt nun Schadenersatz.
dpa
Frankfurt (Oder)

Im Prozess um die Klage eines Imkers wegen des Einsatzes des Unkrautvernichters Glyphosat muss das beklagte Agrar-Unternehmen vollumfänglich Schadenersatz leisten.

14.500 Euro Schadenersatz gehen an den Imker

Das Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilte das Unternehmen dazu, dem Kläger rund 14.500 Euro für den entstandenen Schaden zu zahlen. Zudem muss es die Prozesskosten tragen.

Gericht entscheidet im Einzelfall

Das Gericht entschied hierbei in einem Einzelfall. Die Bienenstöcke seien aus Sicht des Gerichts für jedermann sichtbar gewesen. Angesichts der Intensität der Kontamination sei eine Rechtswidrigkeit festgestellt worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Agrar-Unternehmen handelte fahrlässig

Zudem habe das Agrar-Unternehmen fahrlässig gehandelt. Gegen das Urteil können Rechtsmittel eingelegt werden.

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Das Landgericht traf allerdings keine generelle Entscheidung darüber, ob Landwirte bei einem Glyphosat-Einsatz grundsätzlich damit rechnen müssen, dass Bienenstöcke in der Nähe sind. Auch wurde nicht entschieden, dass Imker Landwirte informieren müssen, wenn sie Bienenwagen aufstellen.

Imker hatte Bienenstöcke in der Nähe vom Agar-Unternehmen platziert

Der Imker hatte Schadenersatz für seinen verunreinigten Honig gefordert. Im Frühjahr 2019 hatte er seine Bienenkästen neben einer von dem Agrarunternehmen bewirtschafteten Fläche aufgestellt.

Ende April 2019 behandelte das Unternehmen die Fläche mit glyphosathaltigen Unkrautbekämpfungsmitteln. Den glyphosatbelasteten Nektar beziehungsweise die belasteten Pollen trugen die Bienen in den Bienenstock. Wachs und vier Tonnen Honig mussten vernichtet werden. Seinen Betrieb hatte der Imker aufgeben müssen.

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